Donnerstag, 18. April 2002

NEWS: Norbert Steger mit Millionenklage konfrontiert

  • Ex-FP-Obmann fühlt sich politisch verfolgt
  • Streitwert: 1,832 Millionen Euro (25 Millionen Schilling)

Norbert Steger fühlt sich verfolgt. Der 58-jährige, "anständige" Rechtsanwalt sieht sich als Opfer einer rufschädigenden Kampagne. Auch das Motiv für die Gerichtskklage durch zwei ehemalige Freunde meint der Ex-FP-Obmann (1980-86) zu kennen. In NEWS sagt er: "Das sind politische Verfolgungshandlungen!" Es geht um den Bau von Luxusvillen in der Karibik.

Seit zwei Monaten ist Steger ein Fall für die österreichischen Gerichte. Zitat: "Der Beklagte hat treuhändig verwaltete Gelder an ein Unternehmen ausgezahlt, das im Eigentum seiner Ehefrau stand, bei dem er gleichzeitig wesentliche Organ- und Managementfunktionen bekleidete und in dessen Namen er auch Zahlungen tätigte."
Dazu: "Der Beklagte hat, in Ausübung seines Treuhandverhältnisses, dadurch zjm Vorteil des Unternehmens seiner Frau und zum großen Schaden der Kläger gehandelt".
Streitwert: 1,832 Millionen Euro, also gut 25 Millionen Schilling.

Karibische Schlammschlacht
Ehemalige Freunde klagen Norbert Steger auf fast 2 Millionen Euro. Das Streitobjekt sind 14 Luxusvillen in der sonnigen Karibik. Sie wurden nach einer längeren Planungsphase ab 1997 an der Nordküste der Insel St. Thomas auf dem US-amerikanischen Steueridyll Virgin Islands errichtet. Bauträger der Edel-Immobilien war eine Maier & Martschitsch Inc., zeitweilig im Alleineigentum von Stegers Ehefrau Helga. Norbert Steger agierte als Rechtsanwalt, Treuhänder und "österreichische Zahlstelle" der Firma.

Steger selbst konnte eine Reihe von Freunden und Bekannten für das Immobilienprojekt "Caret Bay Villas" als Investoren gewinnen. 7,145 Millionen Dollar machten die Gesamtkosten aus. Unter den Geldgebern: max.Gründer Hansjörg Tengg, Ex-Verteidigungsminister Friedhelm Frischenschlager, Medienberater Walter Amon und der Ex-Besitzer der Bilderland-Kette, Robert Pelz.

Ein Schlag ins Wasser
Keine Zeit für Fruchtgenuss: Heftige Baukosten-Überschreitungen, minderwertige Ausstattung, falsche Angaben über die Vermietbarkeit der Villen - bereits im Vorjahr wurde deshalb in den USA eine Zivilklage eingebracht. Der Verdacht: Verletzung der Treuhandspflichten, Vertragsbruch, Täuschung. Auch in Österreich ist nun eine Schadenersatzklage anhängig.

Steger fühlt sich naturgemäß völlig schuldlos. Vor allem der für einen Rechtsanwalt besonders schwer wiegende Vorwurf treu-widrigen Verhaltens trifft. "Ich war Zahlstelle und nicht Treuhänder!" verteidigt er sich. Folglich wäre die Klage "Humbug". Steger: "Das sind lächerliche Argumente ohne juristische Relevanz."

18.4.2002 14:23