Donnerstag, 18. April 2002

AUA bestätigt negative Ergebnisse 2001

  • Lichtblick März
  • Sörensen spricht von "einschneidender Zäsur"

Die Austrian Airlines Group (AUA) ist im Geschäftsjahr 2001 wie erwartet tief in die roten Zahlen geflogen: Das Ergebnis vor Steuern sank auf -164,1 Mill. Euro (-2,3 Mrd. S) nach +41 Mill. Euro im Jahr 2000, der Betriebserfolg (EBIT) fiel mit -88,9 Mill. Euro nach +83,8 Mill. Euro ebenfalls kräftig negativ aus.

Im Vorfeld ihrer heutigen Bilanz-Pressekonferenz in Wien hat die AUA-Gruppe damit ihre Ende März veröffentlichten vorläufigen Ergebnisse bestätigt.

Das EBITDAR (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Mieten) sank erwartungsgemäß um 44 Prozent auf 219,6 (393,1) Mill. Euro, das Finanzergebnis verschlechterte sich weiter auf -75,2 (-42,8) Mill. Euro.

Bisher nicht bekannt war das Ergebnis nach Steuern, das von +53,2 Mill. Euro auf -165,3 Mill. Euro absackte und der Jahresüberschuss, der mit -166 Mill. Euro (nach +52,9 Mill. Euro) ebenfalls kräftig in den roten Zahlen lag. Die Betriebsleistung verbesserte sich um 10,4 Prozent auf 2,172 (1,968) Mrd. Euro. Noch stärker stieg der Betriebsaufwand, der sich um 20 Prozent auf 2,26 (1,88) Mrd. Euro erhöhte.

"Einschneidende Zäsur"
"2001 war für uns eine einschneidende Zäsur", teilte AUA-Vorstandsvorsitzender Vagn Sörensen in einer Aussendung mit. Das Jahr 2001 habe mit negativer Strecken- und Flottenwirtschaftlichkeit begonnen, ab dem Frühjahr habe sich der Trend durch die Konjunkturabschwächung mit folgendem Nachfragerückgang verstärkt. Die Anschläge vom 11. September hätten die Situation noch "dramatisch" verschärft. Dazu kamen noch strukturelle Mängel wie "die unklare Geschäftsaufteilung des seinerzeitigen Stammhauskonzeptes".

Konkrete Prognosen für das laufende Jahr 2002 teilte die AUA vor der Pressekonferenz bisher nicht mit. Sörensen sieht die Chance, "aus der Krise die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen". Gleich nach Ausbruch der Krise seien Gegensteuerungs- und Restrukturierungs-Maßnahmen eingeleitet worden.

Ein erster kleiner Lichtblick könnten die Verkehrsergebnisse für März sein: Im abgelaufenen Monat gab es erstmals in diesem Jahr ein Plus von 0,8 Prozent bei den beförderten Passagieren im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der gesamte Sitzladefaktor verbesserte sich um 4,3 Punkte auf 73,9 Prozent, in der Langstrecke sogar um 5,1 Punkte auf 80,4 Prozent.

18.4.2002 08:36