Hewlett-Packard: Mehrheit der Aktionäre für Fusion
- HP-Compaq-Fusion soll Anfang Mai über die Bühne gehen
- Compaq-Zustimmung schon seit März aufrecht

Die Mehrheit der Aktionäre des US-Unternehmens Hewlett-Packard (HP) hat offenbar für die umstrittene Fusion mit dem Konkurrenten Compaq gestimmt. Das ist das Ergebnis einer vorläufigen Auszählung der Stimmen. Die Fusion kann also im Mai vollzogen werden. Die Erben der Firmengründer wehren sich gegen das Vorhaben, das von Unternehmenschefin Carly Fiorina betrieben wird.
Demnach ist die Fusion mit einem Vorsprung von etwa 45 Millionen Aktien gebilligt worden. 837,9 Millionen Aktien seien für den Zusammenschluss eingebracht worden, 792,6 Millionen dagegen.
Durch den Zusammenschluss soll der nach IBM zweitgrößte Computerkonzern der Welt mit einem geschätzten Jahresumsatz von rund 82 Milliarden Dollar (93 Milliarden Euro) entstehen. Während das Projekt bei den Aktionären von Compaq bereits glatt durchging, ist die Fusion bei HP vehement umkämpft.
Fusion Anfang Mai
Nach der Zustimmung der Aktionäre soll die umstrittene Fusion der Computerkonzerne Hewlett-Packard (HP) und Compaq bis Anfang Mai vollzogen werden. Die Compaq-Aktionäre hatten das Zusammengehen der beiden Firmen bereits im vergangenen Monat abgesegnet.
Sie sei optimistisch, dass der Zeitplan eingehalten und die Fusion bis Anfang Mai vollzogen werden könne, erklärte Unternehmenschefin Fiorina. Sie zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis der Aktionärsabstimmung. Sie brenne darauf, "diesen schwierigen Zeitabschnitt hinter uns zu lassen" und freue sich auf das neue Unternehmen.
Durch die Fusion soll der nach IBM zweitgrößte Computerkonzern der Welt mit einem geschätzten Jahresumsatz von rund 82 Mrd. Dollar (93,2 Mrd. Euro) entstehen. HP will für Compaq nach derzeitigem Aktienwert etwa 22 Mrd. Dollar zahlen.
Gründererben kämpfen gegen Fusion
Die Erben der Firmengründer wehren sich gegen das Vorhaben. Walter Hewlett, Sohn von Firmengründer Bill Hewlett, wertete das Abstimmungsergebnis am Mittwoch als "extrem knapp". Es handle sich zudem nur um vorläufige Zahlen, betonte er.
Hewlett hatte der HP-Führung vorgeworfen, mit der Deutschen Bank ein unzulässiges "Abkommen" geschlossen zu haben, mit dem die Zustimmung des Kreditunternehmens zu der Fusion gesichert wurde. Mit diesen Vorwürfen wird sich in der kommenden Woche ein Gericht im US-Bundesstaat Delaware befassen. Bevor das Ergebnis dieser Gerichtsverhandlung nicht feststehe, könne kein Endergebnis der Abstimmung festgelegt werden, betonte Hewlett.
Die Deutsche Bank-Tochter Deutsche Asset Management, die 17 Mill. HP-Aktien hält, hatte kurz vor der Abstimmung die Seite gewechselt und für die Fusion votiert. Laut Presseberichten hatte die Deutsche Bank HP einige Tage zuvor geholfen, sich eine Kreditlinie von vier Mrd. Dollar zu sichern.

