NEWS: Pleite oder Neustart für Geldfresser Premiere?
- Nach Kirch-Crash steht Pay-TV-Tochter am Scheideweg
Medienmogul Murdoch pokert um die Übernahme von Kirchs Pay-TV-Sender. Premiere-Boss Kofler zockt mit. Das große G'riß um das Fass ohne Boden Premiere. Und in der Substory: Ex-RTL-Boss Helmut Thoma im NEWS-Gespräch über die Zukunft des Fernsehens.
Rupert Keith Murdoch, 71, ist nicht gerade das, was landläufig unter einem Sympathieträger verstanden wird. Als der Medienmogul mit aller Macht, Gewalt und Brutalität zum Siegeszug um die Welt ansetzte, quittierte das ein Starkolumnist der "Chicago Sun-Times" mit dem mittlerweile legendären Bonmot: "Kein Fisch mit einiger Selbstachtung würde sich in eine Murdoch-Zeitung einwickeln lassen."
Bald schon könnte man sich in Deutschland und Österreich die Frage stellen, wie es um die Selbstachtung von Aquariumfischen bestellt ist, die vor TV-Geräten positioniert sind. Eineinhalb Wochen nach dem Einsturz des von Leo Kirch aufgetürmten Kartenhauses aus Film-, Fernseh- und Medienbeteiligungen ist Oxford-Absolvent Murdoch nämlich dabei, sich einen der mächtigsten Brocken unter den Nagel zu reißen. Offenkundiges Objekt seiner Begierde: Der Pay-TV-Sender Premiere mit 2,3 Millionen deutschen und 140.000 österreichischen Abonnenten.
Premiere als Fass ohne Boden
Dass Premiere maßgeblich für den Crash des Imperiums verantwortlich ist, ist unbestritten. Bis zuletzt waren die Ausgaben doppelt so hoch wie die Einnahmen, jeden einzelnen Tag wurden rund zwei Millionen Euro verschossen. Insgesamt machte das knapp vier Milliarden Euro Anlaufverluste, 989 Millionen davon allein im vergangenen Jahr. Dem gegenüber stehen nur 2,4 anstatt der budgetierten vier Millionen Abonnenten. Um diese horrenden Defizite zu verringern, präsentierte Premiere-Boss Kofler zu seinem Amtsantritt einen radikalen Sanierungsplan.
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