Mittwoch, 17. April 2002

Mobilkom expandiert - Zukäufe in Südosteuropa?

  • UMTS-Start im zweiten Halbjahr 2002
  • Mobilkom "börsefit"

Der größte österreichische Mobilfunkbetreiber Mobilkom Austria, eine 75-Prozent-Tochter der börsenotierten Telekom Austria (TA), ist nach einem starken Wachstum bei Umsatz und Ergebnis im Jahr 2001 weiter auf Expansionskurs. In den nächsten Monaten werden Zukäufe auf dem südosteuropäischen Mobilfunkmarkt geprüft.

Mobilkom Austria-Generaldirektor Boris Nemsic zeigt sich auf der Bilanz-Pressekonferenz zuversichtlich.

TA will Schulden abbauen, Mobilkom wachsen
TA-Chef Heinz Sundt hatte vergangene Woche vor Journalisten allerdings betont, dass im laufenden Jahr 2002 vor allem der Schuldenabbau im Zentrum stehe und es nur einen geringen Spielraum für Akquisitionen gebe. In Südosteuropa stünden in den nächsten Monaten zahlreiche Eigentümerveränderungen bei Mobilfunkunternehmen an, hier werde man Zukäufe sowohl auf GSM- wie UMTS-Basis prüfen, "vorausgesetzt, das Angebot stimmt", betonte Nemsic.

Nemsic will Italiener als Partner behalten
Die bevorstehende Eigentümerveränderung bei der Mobilkom - Unternehmenskreisen zufolge will die TA den 25-Prozent-Anteil der Telecom Italia Mobile (TIM) an der Mobilkom zurückkaufen - sieht Nemsic gelassen: "Wir haben bisher immer eine professionelle Eigentümerstruktur gehabt, die TIM war ein fairer Partner. Die Mobilkom ist ein Asset und verdient Geld", betonte Nemsic die gute Position der Mobilkom. Sollte die TIM der Mobilkom aber tatsächlich als Eigentümer abhanden kommen, werde sich die Mobilkom darum bemühen, dass ihr die TIM als Kooperationspartner erhalten bleibe, so Nemsic. Zu dem in der Branche kolportierten Börsengang der Mobilkom meinte Nemsic: "Die Mobilkom ist börsefit. Mehr kann ich nicht dazu sagen".

UMTS kommt: Im zweiten Halbjahr
Noch im zweiten Halbjahr 2002 will die Mobilkom mit der dritten Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) starten - möglicherweise über einen Testbetrieb mit friendly customers, sagte Mobilkom-Marketingvorstand Hannes Ametsreiter. Kommerziell mit UMTS starten werde die Mobilkom aber erst, wenn es hochqualitative Endgeräte in ausreichender Zahl gebe, meinte Nemsic. Eine UMTS-Zukunft für alle sechs Lizenzinhaber sieht Nemsic aber nicht: "In Österreich rechnen sich höchstens drei UMTS-Anbieter."

Die Mobilkom Gruppe, die die Mobilkom Austria, die kroatische Vipnet (66-prozentige Mobilkomtochter), die slowenische si.mobil (75-prozentige Mobilkomtochter) und die mobilkom liechtenstein umfasst, hatte per Ende 2001 knapp 4 Mill. Kunden und 3.438 Mitarbeiter. Der Gruppenumsatz stieg 2001 um 14 Prozent auf 1,7 Mrd. Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 31 Prozent auf 571,3 Mill. Euro, das Betriebsergebnis (EBIT) wuchs um 16 Prozent auf 303,5 Mill. Euro.

17.4.2002 11:54