Dienstag, 16. April 2002

Conti will 60 Mill.Euro für Traiskirchen

  • Traiskirchener Bürgermeister sucht private Investoren

In separaten Schreiben an zwei österreichische Interessentengruppen hat der deutsche Reifenkonzern Continental Anfang der Woche einen Verkaufspreis von 60 Mill. Euro für das Reifenwerk im niederösterreichischen Traiskichen genannt. Die genannte Summe beziehe sich auf "das Werk, wie es faktisch dort steht", sagte ein Conti-Konzernsprecher.

Das Schreiben ist einerseits dem österreichischen Semperit-Interessenten Mirko Kovats und andererseits dem Traiskirchener Bürgermeister Fritz Knotzer (S) übermittelt worden, der ein Konsortium zur Weiterführung des Reifenwerks zusammentrommeln will.

Conti hatte vergangene Woche ein erstes Angebot von Kovats abgelehnt, der für das Werk einen Euro zahlen wollte. Die lediglich symbolische Kaufsumme und die geplante Weiterverwendung der Semperit-Reifenformen unter neuem Eigentümer wurden von Continental als die beiden Hauptgründe für die Ablehnung des Angebots genannt. Mittlerweile hat Kovats von der Weiterverwendung der Formen Abstand genommen, den Kaufpreis dem Vernehmen nach aber nicht aufgestockt.

Der Traiskirchener Bürgermeister und NÖ-Landtagsabgeordnete Knotzer versucht, eine zweite Gruppe privater Investoren auf die Beine zu stellen, um auch mit Hilfe des Landes Niederösterreich und der Gemeinde Traiskirchen den Betrieb weiterführen zu können. Auch die Belegschaft soll sich beteiligen können. Alternativ dazu strebt Knotzer den Erwerb des Geländes und die Errichtung eines Technologieparks an.

Die Reifenproduktion in Traiskirchen soll nach dem Willen Continentals Ende Juli stillgelegt werden. Dies hätte den unmittelbaren Verlust von 950 der rund 1.350 Semperit-Jobs in Traiskirchen zur Folge.

16.4.2002 13:30