Weltweit 50 Prozent weniger Fusionen und Übernahmen
- Österreich-Zahlen stagnierten
- 30.000 österreichische Firmen bald von Fusionen betroffen
Die weltweite Zahl der Übernahmen und Fusionen ist 2001 erstmals seit zehn Jahren zurückgegangen. Die allgemein schwache Konjunktur, niedrige Börsenkurse und schließlich auch die Attentate vom 11. September haben am Markt für "Mergers & Acquisitions" (M&A) zu einem regelrechten Einbruch geführt.
Nach jüngsten Zahlen von Thomson Financial sank der Wert der Transaktionen im Vergleich zum Vorjahr weltweit um 50 Prozent auf 1.753 Mrd. US-Dollar (2 Bill. Euro) Insgesamt wurden im vergangenen Jahr nur 28.800 Fusionen und Übernahmen angekündigt, um 7.900 weniger als im Jahr davor.
Noch härter hat die wirtschaftliche Konjunkturflaute den M&A-Markt in Europa getroffen: Das Volumen der europäischen Unternehmenstransaktionen ging von 1,51 Bill. Dollar auf 552,8 Mrd. Dollar fast um zwei Drittel zurück. Die Anzahl der Transaktionen in Europa ist von 12.450 auf 11.800 allerdings nur leicht gesunken, so die Ergebnisse der Analyse von Thomson Financial.
Auch in Österreich dürfte die Zahl der Übernahmen und Fusionen im vergangenen Jahr weitgehend gleich geblieben sein. Endgültige Zahlen werden erst erwartet. Das heimische Beratungsunternehmen Contrast Management-Consulting spricht von einer Stagnation und geht für 2001 von rund 400 Transaktionen, nach 402 im Jahr davor.
30.000 österreichische Firmen bald von Fusionen betroffen
In den nächsten Jahren rechnet man bei Contrast aber wieder mit einer deutlichen Steigerung: 30.000 Betriebe in Österreich werden nach Schätzungen des Beraters in naher Zukunft von Fusionen oder Übernahmen in irgendeiner Form betroffen sein.
Die Gründe dafür seien großteils ungeklärte Nachfolgefragen in Familienbetrieben, Konzentrationstendenzen und Liberalisierungen in einigen Branchen sowie oft zu kleiner Betriebsgrößen. Vor allem mittelständische Unternehmen seien dadurch immer mehr mit den Themen Kauf und Verkauf von Unternehmen bzw. Unternehmensteilen konfrontiert, erklärte Contrast-Berater Thomas Gabriel.
Die meisten Fusionen und Übernahmen entfielen in Österreich 2001 trotz starker Rückgänge mit 49 (2000: 84) Transaktionen nach wie vor auf die Computer- und Telekomindustrie. Der Höhepunkt scheint in diesen Branchen aber überschritten, betont der Berater.
Zu den weiteren Top 5 der österreichischen M&A-Branchen zählten im Vorjahr die Verlage (31 Transaktionen), die Bereiche Transport und Verkehr (30) sowie Dienstleistungen allgemein (38).

