Montag, 15. April 2002

Kamps will sich nicht von Barilla schlucken lassen

  • Vorstand lehnte Angebot zu vollständigen Übernahme ab

Die Düsseldorfer Kamps AG will sich nicht von dem weltweit größten Nudelhersteller Barilla schlucken lassen. Der Vorstand des größten europäischen Backunternehmens lehnte am Montagabend ein Angebot des italienischen Konzerns zur vollständigen Übernahme ab. Zuvor hatte Konzernchef Guido Barilla für die zweite Maihälfte ein Offert von zwölf Euro je Aktie angekündigt und betont: "Kamps und Barilla ergänzen sich hervorragend in ihren Marken, Produkten und Märkten."

Der Kamps-Vorstand bestätigte Gespräche über eine mögliche Zusammenführung mit Barilla. Man habe diese Gespräche am Wochenende aber für beendet erklärt, da die Italiener weder ein in sich stimmiges strategisches Konzept vorgelegt noch einen angemessenen Preis für die Aktien des Unternehmens geboten hätten.

Das Düsseldorfer Unternehmen kritisierte vor allem, dass der Nudelkonzern vorhandene Synergiepotenziale nicht nutzen und zudem die Kamps-Aktie von der Börse nehmen wolle. Das würde für eine eigenständig geführte Kamps-Gruppe den Verlust einer wichtigen Finanzierungsquelle bedeuten. Sofern die Offerte inhaltlich von den bisher bekannten Konzepten und Konditionen nicht abweiche, werde der Vorstand das Angebot daher nicht unterstützen, betonte der Großbäcker.

15.4.2002 08:52