FIFA-Generalsekretär spricht von Wahlbetrug
- Zen-Ruffinen reitet schwere Attacken gegen Präsident Blatter

Noch bevor es am Montag zu einem persönlichen Gespräch zwischen den beiden FIFA-Spitzenfunktionären Joseph Blatter und Michel Zen-Ruffinen kommt, erhob Generalsekretär Zen-Ruffinen in der Schweizer Sonntags-Presse neue, schwere Vorwürfe gegen seinen Chef. Bei der Präsidenten-Wahl 1998 in Paris soll ein ganz klarer Wahlbetrug stattgefunden haben, sagt Zen-Ruffinen in der Sonntags-Zeitung.
Damals sei der Verbandspräsident von Haiti durch den Sportminister seines Landes an der Reise zur Wahl in Frankreich gehindert worden. In Paris wurde aber dennoch eine Stimme für Haiti abgegeben. Und zwar durch einen engen Vertrauten von Jack Warner, dem Präsidenten des Verbandes Nord-/Mittelamerika und Karibik (CONCACAF).
Zen-Ruffinen: "Laut FIFA-Reglement hätte dieser Vertraute nicht für Haiti stimmen dürfen, weil er Bürger von Trinidad und nicht von Haiti ist. Damit ist es ein ganz klarer Wahlbetrug." Ähnliches sei bereits zwei Jahre früher bei einem anderen FIFA- Kongress vorgekommen, weiß die Süddeutsche Zeitung (SZ). Damals hätte die Freundin des Verbandspräsidenten von Jamaika für Haiti gestimmt.
Zen-Ruffinens Vorwürfe richten sich in erster Linie gegen Warner, er erhält dabei Unterstützung von der SZ, die einen früheren ISL-Manager zitiert, der mit Warner über die TV-Rechte der WM 2002 für die Karibik verhandelte. Warner habe bisher (1990, 1994 und 1998) die TV-Rechte von der FIFA immer für einen Dollar (!) pro WM gekauft und danach im karibischen Raum weiterverkauft. Damit sei der kleingewachsene Schullehrer aus Trinidad über Nacht schwer reich geworden. Die TV-Rechte für 2002 sollen nun durch die ISL nicht an Warner, sondern an einen anderen Geschäftsmann für 2,5 Millionen Dollar (2,81 Mill. Euro) verkauft worden sein. Nach dem Zusammenbruch der ISL hätte Warner nun aber die Rechte doch noch erhalten, schreibt die SZ.
