Schwartz kann Sieg über USA immer nicht ganz fassen
- "Bis ich aufgeb, da muss viel passieren"
- Schett will gegen Kroatien dabei sein

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Großer Bahnhof für Österreichs sensationelles Fed-Cup-Team am Schwechater Flughafen. Dienstagvormittag kehrten Barbara Schwartz, Evelyn Fauth, Marion Maruska, Daniela Kix sowie Neo-Kapitän Alfred Tesar vom wohl größten Triumph der ÖTV-Geschichte in einem Damen-Teambewerb heim. Doch auch zwei Tage nach dem 3:2-Erfolg über Rekordsieger USA in Charlotte konnten Schwartz und Co. in der VIP-Lounge den Erflg kaum fassen. "Ich habe das eigentlich noch immer nicht ganz realisiert. Wir als kleine Nation haben die Amis geschlagen", freute sich Schwartz.
Schwartz hatte neben dem "geschenkten" Führungspunkt nach dem Teamverweis von Jennifer Capriati mit Erfolgen über die Nummern sechs und zwölf der Welt, Monica Seles und Meghann Shaugnessy, für die beiden Sieg bringenden Zähler gesorgt. Doch die 23-jährige Niederösterreicherin bemühte sich redlich, den Erfolg nicht nur als ihren, sondern als einen des gesamten Teams zu verkaufen. "Wir haben die ganze Woche super trainiert und auch die Zusammenarbeit mit Herrn Tesar hat toll funktioniert", sagte Babsi. Ein bisserl traurig war im Nachhinein Evelyn Fauth, die in den Minuten des Triumphs zur 3:0-Führung nicht beim Team, sondern in der Vorbereitung auf das Duell mit Seles war.
Auch gegen Kroatien nicht chancenlos
Natürlich sind nun die Vorzeichen für das Viertelfinal-Heimduell gegen Kroatien am 20./21. Juli, das übrigens durchaus auch an einem anderen Ort als in Wien oder Pörtschach in Szene gehen könnte, äußerst günstig. "Sicher sind wir auch gegen Kroatien nicht die Favoriten. Aber wir werden wieder so in die Partie reingehen wie gegen die USA. Wir haben immer eine Chance, das haben wir jetzt gesehen", gab Schwartz schon die nächste Parole aus.
Schett will gegen Kroatien spielen
Das Team wird auch gegen Kroatien in dieser Konstellation bleiben, hinzukommen soll freilich Barbara Schett, die sich laut ihrem Manager Marc Habermann "riesig gefreut" hat und auch signalisiert hat, dass sie "natürlich gerne für Kroatien zur Verfügung" steht. Für Alfred Tesar ist die Absage Schetts für das US-Match kein Grund, nun auf Österreichs Nummer eins zu verzichten. "Wir möchten mit dem besten Team gegen Kroatien antreten", so Tesar.
Schwartz muss Zerrung auskurieren
Für Schwartz gilt es in den kommenden beiden Tagen zu regenerieren und ihre im Einzel gegen Shaugnessy erlittene Zerrung am rechten Oberschenkel auszukurieren. "Es ist bei 5:5 im zweiten Satz passiert und hat ziemlich weh getan. Dann habe ich unseren Masseur Kurt Waltl gebeten mir einen ganz starken Tape-Verband zu machen", erinnerte sich Schwartz, die "nicht eine Sekunde" ans Aufgeben gedacht hat. "Bis ich aufgeb, da muss viel passieren."
Start in Berlin ist fraglich
Ob sie bereits am Donnerstag wieder zur Qualifikation für das Turnier in Berlin weiter reist, wird sie bis dahin entscheiden. Riskieren wird sie aber auch im Hinblick auf die French Open nichts. "Auf jeden Fall möchte ich aber vor Paris noch in Rom und Straßburg spielen." Mit von der Partie wird der in Deutschland lebende Tscheche Zdenek Zofka sein, der schon seit dem Turnier in Budapest als neuer Trainer von Schwartz fungiert. "Wir hatten auch per e-mail Kontakt und die Zusammenarbeit mit ihm und Herrn Tesar hat sehr gut funktioniert", so die Niederösterreicherin.
Lange Gesichter im US-Team
Keine Rede also im ÖTV-Team von irgendwelchen Kompetenz-Streitigkeiten, ganz im Gegensatz zum Team von Billie Jean King. "Die hatten schon die ganze Woche Schwierigkeiten, Capriati ist immer zu spät zum Abendessen gekommen", sagte Tesar. Als das ÖTV-Team am Freitag abend ins Hotel gekommen ist, stand Capriati mit gepackten Koffern da. "Und einem langen Gesicht", meinte Marion Maruska lachend. Lange Gesichter machte am Ende das gesamte US-Team.
WELTGRUPPE - 1. Runde:
In Charlotte (North Carolina/grüner Sand):
USA - Österreich 2:3
Samstag:
Monica Seles - Barbara Schwartz 6:7 (7),2:6
Jennifer Capriati - Evelyn Fauth w.o. (Capriati aus Team geworfen)
Sonntag:
Meghann Shaugnessy - Barbara Schwartz 6:4,6:7 (7),7:9
Monica Seles - Evelyn Fauth 6:3,6:3
Lisa Raymond/Monica Seles - Evelyn Fauth/Marion Maruska 6:1,7:6
