Montag, 15. April 2002

Vor Fed-Cup gg. Österreich: Verpatzte Generalprobe

  • Niederlage von Seles gegen Qualifikantin in Charleston
  • Sieg und Schock für Jennifer Capriati. Plus: Die Weltranglisten

Wie man Monica Seles (Bild) besiegt, das hat eine Woche vor der Fed-Cup-Begegnung der Österreicherinnen mit den USA die Französin Stephanie Foretz vorgemacht. Die 20-jährige Qualifikantin sorgte mit einem 6:4,7:6-Sieg im Achtelfinale des WTA-Turniers in Charleston (1,2 Mio Dollar) für eine der größten Überraschungen in diesem Jahr. Seles war allerdings durch einen Magenvirus geschwächt. Die als Nummer zwei gesetzte Amerikanerin hatte deshalb zuvor schon im Doppel w.o. gegeben.

"Ich war sicher nicht hundert Prozent", gestand die Weltranglisten-Sechste nach ihrer ersten Niederlage gegen eine Spielerin jenseits der Top-100 seit 1999 in Wimbledon, wo sie gegen Mirjana Lucic verloren hatte. "Aber ich fühlte mich besser als am Tag zuvor und habe alles versucht. Sie ist eine harte Gegnerin und hat ausgezeichnetes Tennis gezeigt", lobte Seles ihre junge Gegnerin, die nur die Nummer 109 der Welt ist. Nach dem Out von Seles sind nur noch vier gesetzte Spielerinnen im Viertelfinale vertreten.

Keine Blöße auf dem grünen Sand von Charleston gab sich die zweite US-Einzelspielerin für den Fed Cup in Charlotte (27./28. April), wo ebenfalls auf Sand gespielt wird. Die Weltranglisten-Erste Jennifer Capriati besiegte im Gegensatz zu Seles mit Alexandra Fusai die zweite französische Qualifikantin mit 6:3,7:5 und spielt im Viertelfinale gegen die Russin Anastasia Myskina. Das Match begann mit enormer Verspätung, weil die Anlage nach einem spektakulären und gefährlichen Verkehrsunfall gesperrt hatte werden müssen. Auf der Straße neben dem Tennis-Komplex war ein Gaszug in ein Polizeiauto gedonnert und hatte Feuer gefangen.

"Es war seltsam. Niemand war da nach dem Unfall. Keine Zuschauer, keine Gegnerin", sagte Capriati nach dem 72-Minuten-Match, bei dem ihre Anpassungsschwierigkeiten auf Sand noch deutlich zu sehen waren. "Ich habe doch einige dumme Fehler gemacht", gestand die Paris-Siegerin.

15.4.2002 13:07