Sonntag, 21. April 2002

Philippinen: Bombe vor Kaufhaus tötet 14 Menschen

  • Weitere 18 Bomben gelegt, manche konnten entschärft werden
  • Moslem-Gruppe bekennt sich zu Anschlag

Ein Bombenanschlag auf ein Kaufhaus in der südphilippinischen Stadt General Santos hat am Sonntag bis zu 13 Menschen das Leben gekostet. In schneller Folge explodierten zwei weitere Bomben vor einer Radiostation und einer Bushaltestelle. Es gab 40 Verletzte, 19 schweben in Lebensgefahr. Zu den Anschlägen bekannte sich eine moslemische Guerilla-Gruppe.

Stadtrat Eduardo Leyson erklärte, die Bombe sei etwa zehn Meter vor dem Kaufhaus Gensan Fitmart explodiert. Die Detonation zerstörte die Fensterscheiben des Gebäudes, Blutlachen waren auf dem Parkplatz zu sehen. Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht. Bei den meisten Toten handelte es sich offenbar um Taxifahrer, Kunden und Passanten. Die zweite Bombe explodierte etwa eine halbe Stunde später vor einem Büro des Senders Radio Mindanao Network, die dritte folgte kurze Zeit später. Nach Polizeiangaben wurden zwei nicht explodierte Bomben unter einem Lastwagen vor dem Kaufhaus entdeckt und kontrolliert zur Explosion gebracht.

Moslem-Gruppe bekennt sich zu Anschlag
Zu den Bombenanschlägen in der südphilippinischen Stadt General Santos hat sich am Sonntag ein Mann im Namen einer moslemischen Guerrillagruppe bekannt. Der Anrufer bei der Radiostation RMN gab sich als Abu Muslim al Ghazi aus und erklärte, seine Gruppe stehe im Kontakt zu den islamistischen Abu Sayyaf-Rebellen und führe Spezialoperationen für diese aus.

Die Behörden vermuten hinter den Anschlägen unter anderem die bisher kaum in Erscheinung getretene Guerillagruppe Bundesarmee der Eingeborenen Völker (IPFA). Im Visier der Fahnder sind zudem Anhänger eines mutmaßlichen indonesischen Terroristen, den vergangenen Woche ein Gericht in General Santos wegen Sprengstoff- Besitzes zu mindestens zehn Jahren Gefängnis verurteilt hatte.

Indes bereiteten sich amerikanische Marineinfanteristen auf der ehemaligen US-Marinebasis Subic auf ein dreiwöchiges Manöver mit den philippinischen Streitkräften vor. Die Übung sollte am (morgigen) Montag beginnen, daran beteiligen wollten sich insgesamt 2.700 amerikanische und 2.900 philippinische Soldaten. Die philippinischen Streitkräfte wollen mit dem Manöver ihre Verteidigung verbessern und die Beteiligung an US-Friedensmissionen üben. Die Übung soll bis zum 6. Mai dauern.

21.4.2002 09:02