Ex-FPÖ-Abgeordneter gab Profil-Interview
- Rosenstingl will in einem Buch "neue Fakten" veröffentlichen
- Strebt Wiederaufnahme seines Verfahrens an

Der zu sieben Jahren wegen Untreue und Betrug verurteilte Ex-FPÖ-Abgeordnete Peter Rosenstingl will ein Buch mit "neuen Fakten" über ehemalige Parteifreunde veröffentlichen. In einem Interview im am Montag erscheinenden Nachrichtenmagazin sagt er: "Die FPÖ hat sich abgeputzt."
Er habe während des Prozesses niemanden persönlich angegriffen. Manche in der Partei, die während seines Prozesses geschwiegen hätten, müssten sich allerdings überlegen, wie sie sich in Zukunft verhalten. Auf die Frage, ob sich die FPÖ in Zusammenhang mit seinem Fall abgeputzt habe, meint Rosenstingl: "So sehe ich das."
Den Vorwurf, er hätte Gelder der FPÖ Niederösterreich zweckentfremdet, weist Rosenstingl zurück: "Zweckentfremdet wären sie dann geworden, wenn ich das geheim gemacht hätte. Ich erhielt von der FPÖ Niederösterreich Gelder zur Veranlagung. Dass jetzt alle sagen, sie haben davon nichts gewusst, ist unglaubwürdig."
Im "profil" erklärt Rosenstingl, dass er eine Wiederaufnahme seines Verfahrens anstrebe. "Ich will die Urteilsbegründung widerlegen und bin dabei, Unterlagen zusammen zu stellen, die ich beim Prozess noch nicht hatte." Er sei von seinem Bruder Herbert hintergangen worden.
Der frühere FPÖ-Nationalratsabgeordnete hatte sich im April 1998 nach Brasilien abgesetzt, wo er im Juni des selben Jahres fest genommen wurde. Im März 2000 wurde Rosenstingl wegen Untreue und schweren Betrugs zu sieben Jahren Haft verurteilt. Das Urteil wurde im September 2001 vom Obersten Gerichtshof bestätigt. Im Februar 2002 wurde die gegen Rosenstingl verhängte Haftstrafe wegen seiner Herzerkrankung ausgesetzt.
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