Spektakel am Himmel: 5 Planeten am Himmel zu sehen
- Freiluftplanetarium Wien veranstaltet Führungen

Fünf Planeten auf einmal am Himmel, und das auch noch in den frühen Nachtstunden - dieses relativ seltene Schauspiel erwartet uns in den kommen Wochen. Jupiter, Venus, Mars, Saturn und Merkur sollten - wolkenloser Himmel vorausgesetzt - ab Ende April bis Mitte Mai mit freiem Auge zwischen Westen und West-Nord-West zu sehen sein. Das Freiluftplanetarium Wien veranstaltet dazu Führungen.
Am höchsten am Himmel wird dabei der Gasriese Jupiter - der größte Planet unseres Sonnensystems - stehen. Er findet sich am 21. April über Eisenstadt um 21.06 Uhr und über Bregenz um 21.32 Uhr etwa in westlicher Richtung im Sternbild der Zwillinge. Deutlich tiefer, aber ebenfalls deutlich wird Venus zu sehen sein. Saturn und Mars leuchten dazwischen, aber schwächer am Nachthimmel. Merkur steht bei West-Nord-West nur knapp über dem Horizont.
Die fünf Planeten werden am 21. April fast in einer Linie stehen. Planeten kann man generell an ihrem ruhigen Licht erkennen, Sterne scheinen beständig wie eine Kerzenflamme zu flackern.
Die Idee, in Wien eine besondere Gartenanlage zur Beobachtung etwa von derartigen Planetenkonstellationen zu gestalten, geht auf den 1963 verstorbenen Wiener Astronomen Oswald Thomas zurück. Seinem Nachfolger als Leiter des privaten Astronomischen Büros, Hermann Mucke, war es vergönnt, die Pläne in den vergangenen Jahren zu verwirklichen.
Der Sterngarten wurde auf dem Georgenberg neben der Wotruba-Kirche gestaltet. Zentrales Element ist eine Art Sitz-Stufenpyramide mit 200 Plätzen. Um die Pyramide und ihre zentrale Plattform mit sieben mal sieben Meter sind auf dem 51.000 Quadratmeter großen Areal verschiedene Skalen und bis zu über 16 Meter hohe Säulen angebracht, über die etwa Auf- und Untergangsstellen zu den Sonnenwenden oder auch zur Tag- und Nachtgleiche anvisiert werden können. Dazu gibt es Sonnenuhren und Datumsskalen, erklärt werden Begriffe wie Himmelsnordpol oder der "mathematische Horizont". Auf einer Schautafel ist das Planetensystem im Maßstab eins zu einer Milliarde abgebildet.
Während der Führungen erklären Mucke und seine Mitarbeiter die himmlischen Phänomene, wegen des großen Erfolges und der zahlreichen Besucher musste mittlerweile eine Verstärkeranlage angeschafft werden. Auch für schlechtes Wetter ist gesorgt, dann können Vorführer und Besucher in die Wotrubakirche ausweichen, dort erwartet die Interessierten eine computergesteuerte Animation der Himmelsphänomene. In einer eben erschienenen Broschüre hat Mucke das Freiluftplanetarium Wien kurz beschrieben, er erklärt auch die wichtigsten astronomischen Phänomene, die mit freiem Auge oder einem kleinen Fernrohr am Himmel gesehen werden können. Die Broschüre ist im Verlag des Österreichischen Astronomischen Vereins erschienen.
(S E R V I C E : Freiluftplanetarium Wien, Sterngarten Georgenberg, nahe Wotruba-Kirche, Wien-Mauer; nähere Auskünfte, auch über Führungen unter "http://members.eunet.at/astbuero")
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