Afghanistan: US-Bombe tötet vier kanadische Soldaten
- USA weiter auf der Suche nach Osama bin Laden
- Afghanischer Ex-König Zahir Shah in Kabul gelandet
Bei einer gemeinsamen Militärübung mit US-Streitkräften im Süden Afghanistans sind am Mittwochabend vier kanadische Soldaten getötet und acht verletzt worden. Ein amerikanisches Kampfflugzeug warf versehentlich Bomben ab. Unterdessen sind die USA weiter auf der Suche nach Osama bin Laden und Afghanistans Ex-König Zahir Shah ist wieder in seiner Heimat gelandet.
Das berichtete der Fernsehsender CNN unter Berufung auf Angaben des US-Kommandos in Florida. Die Maschine vom Typ F-16 habe unbeabsichtigt mindestens eine lasergesteuerte Bombe abgeworfen.
Die Truppen hätten an einem Manöver wenige Kilometer südlich von Kandahar teilgenommen, als ihre Position von einer 250 Kilogramm schweren Bombe getroffen wurde. Zwei der Verletzten schwebten in Lebensgefahr. Etwa 900 kanadische Soldaten sind am Anti-Terror-Einsatz in Afghanistan beteiligt.
Die radikal-islamischen Taliban waren im Dezember von einheimischen Oppositionskräften mit Unterstützung der USA und Großbritanniens gestürzt worden. Die US-Regierung wirft den Taliban vor, die El-Kaida und Bin Laden unterstützt zu haben, den sie für den Drahtzieher der Anschläge vom 11. September halten.
Bombenexplosion in Khost
Auf dem größten Markt der afghanischen Stadt Khost ist am Donnerstag eine Bombe explodiert. Dabei wurden nach einem Bericht der afghanischen Nachrichtenagentur AIP drei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt. Ein Augenzeuge sprach von einer mächtigen Detonation. Es handelte sich um die dritte Bombenexplosion in Khost seit der Vertreibung der Taliban.
USA weiter auf der Suche nach Bin Laden
Den USA fehlt unterdessen laut Verteidigungsminister Donald Rumsfeld weiterhin jede Spur von Osama bin Laden. Zwar habe es eine große Zahl Tipps, Gerüchte und andere Hinweise gegeben, doch sei darunter nichts gewesen, was eine konkrete Suchmission gerechtfertigt hätte, sagte Rumsfeld am Mittwoch in Washington. Zu Spekulationen, dass sich Bin Laden Ende vergangenen Jahres in der Höhlenfestung Tora Bora aufhielt, sagte Rumsfeld, zum Zeitpunkt des Angriffs der Alliierten Anfang Dezember sei dies nicht sicher gewesen.
Es habe keine ausreichenden Beweise dafür gegeben, dass Bin Laden dort gewesen sei "oder dass er Tora Bora damals verlassen hat, oder auch wo er heute ist". Rumsfeld sagte weiter: "Ich schäme mich nicht zu sagen, wir wissen es nicht." Die "Washington Post" hatte geschrieben, die Regierung von US-Präsident George W. Bush betrachte es als größten Fehler des Kriegs, nicht mehr US-Truppen in das Höhlensystem entsandt zu haben.
Afghanischer Ex-König in Kabul gelandet
Nach 29 Jahren im Exil ist der ehemalige afghanische König Mohammed Zahir Shah am Donnerstagmorgen auf dem Flughafen in Kabul gelandet. Zahir Shah reiste in Begleitung von Familienmitgliedern sowie Vertretern der afghanischen Übergangsregierung, unter ihnen Regierungschef Hamid Karsai. Unmittelbar nach seiner Ankunft wollte sich der 87-jährige ehemalige Monarch in seine Residenz begeben. In Kabul herrschen höchste Sicherheitsvorkehrungen.
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