Experten korrigieren Angaben über Srebrencia-Opfer
- Bericht übte heftige Kritik an der niederländischen Regierung
Das Massaker von Srebrenica mit mehr als 7.000 Opfern und die Untersuchung der Rolle der UNO-Blauhelme aus den Niederlanden: Im Bericht des Niederländischen Instituts für Kriegsdokumentation (NIOD) wurde die Regierung wegen der Entsendung der Truppen heftig kritisiert.
Das Niederländische Institut für Kriegsdokumentation (NIOD) korrrigierte frühere Angaben über die Opfer des Massakers an Moslems bei der bosnischen Stadt Srebrenica. Erst erklärte ein Sprecher, dass die meisten der mehr als 7.000 Mordopfer Angehörige der Moslem-Streitkräfte Bosniens gewesen seien. Drei Tage nach Veröffentlichung einer umfangreichen Untersuchung der Vorgänge in der einstigen UNO-Schutzzone im Juli 1995 wurde diese Darstellung zurück gezogen.
Dies stand in einer Zusammenfassung des 3.400 Seiten umfassenden Berichts. Sie war am Mittwoch zusammen mit der Untersuchung verteilt worden. Angehörige der Getöteten hatten diese Darstellung sofort heftig kritisiert.
Im eigentlichen Bericht schrieben die Verfasser dagegen, dass ein Teil der Massakeropfer bewaffnet gewesen sei. Wie groß dieser Anteil war, habe man nicht feststellen können. Diese Angaben seien korrekt, betonte der Sprecher. Wie es zu dem "bedauernswerten Fehler" kommen konnte, sei noch nicht klar. Die Zusammenfassung sei vor der Veröffentlichung von neun NIOD-Experten durchgelesen worden.
In der Untersuchung ging es in erster Linie um die Rolle niederländischer Soldaten, die als UNO-"Blauhelme" zur Verteidigung der Schutzzone eingesetzt waren. Die unzureichend ausgerüsteten und vorbereiteten Soldaten hätten nichts gegen die serbischen Eroberer des Gebiets ausrichten können, fanden die Experten. Nach ihrer Ansicht war General Ratko Mladic als Befehlshaber der serbischen Truppen der Hauptverantwortliche für die Massaker.
Im NIOD-Bericht wurde die niederländische Regierung wegen der Entsendung der Truppen heftig kritisiert. Außerdem wird der Führung des Militärs vorgeworfen, unliebsame Begleiterscheinungen des Einsatzes vertuscht zu haben.
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