Erste €-Fälscher in Wien verurteilt: 1 Jahr unbedingt!
- Weil er zu faul war, musste Ehefrau die "Blüten" produzieren

Harte Strafen fassten Euro-Fälscher beim ersten derartigen Prozess in Wien aus: Der Ehemann wurde zu einem Jahr unbedingter Haft verurteilt! Seine Frau kam mit 18 Monaten bedingt davon. Gerichtskiebitze schüttelten die Köpfe. Sie erinnern sich an die Urteile beim Omofuma-Prozess, wo Montag Abend drei Polizisten nach dem Tod des Schubhäftlings zu "nur" je acht Monaten bedingt verurteilt worden waren.
Zurück zu den Euro-Fälschern: Der Familienvater (52) hatte wenig Geld, drei hungrige Kinder und einen funktionierenden Computer. Auch den Scanner hatte er einigermaßen im Griff, und so kam er auf die Idee, seine finanziell angespannte Situation mit der Herstellung von Falschgeld zu beseitigen. Zunächst versuchte er es im November 2001 mit Schilling-Noten. Das Ergebnis sah eher traurig aus. Die Euro-"Blüten", die ab Ende Jänner in seinem Haushalt hergestellt wurden, konnten sich allerdings durchaus sehen lassen. Mehrmals wurden diese beim Bezahlen akzeptiert, ehe eine Verkäuferin in einer "Anker"-Filiale stutzig wurde.
Ein Schöffensenat im Wiener Landesgericht (Vorsitz: Friedrich Zeilinger) verurteilte den 52-jährigen wegen Geldfälscherei zu drei Jahren Haft, davon ein Jahr unbedingt. Auch seine 27 Jahre alte Ehefrau wurde schuldig gesprochen: Sie hatte die meisten "Blüten" - durchwegs kopierte, zurecht geschnittene und mit einem täuschend echt aussehenden Hologramm versehene 100 Euro-Scheine - produziert, weil ihr Mann dafür einfach zu faul war.
"Er hat keine Zeit gehabt. Er wollte fernsehen. Die Frau muss alles machen", erklärte die "bessere Hälfte" dem Gericht. Hätte sie sich widersetzt, hätte er den ganzen Tag geschimpft: "Da hab' ich dann ja keine Zeit für die Kinder."
Staatsanwalt Alexander Bauer glaubte, dass der Mann zur eigentlichen Herstellung gar nicht befähigt gewesen wäre: "Seine groben Hände sind für diese Feinarbeit nicht geeignet." Die Ehefrau kam schließlich mit 18 Monaten bedingter Haft davon. Die Urteile sind rechtskräftig.
Familiendrama in St. Pölten16:26
Bluttat: Tochter Zeuge?Vater schoss auf Sohn und richtete sich selbst. Waffenbesitz des 37-Jährigen illegal
Kriminalität20:48
Acht Jahre lang Sklavin19-jährige Deutsche wurde jahrelang misshandelt. Mutmaßliche Täter verhaftet.
Raubvögel vergiftet11:09
Falken ausgerottetBregenz: Taubenzüchter vergiftet gesamte Population am Pfänderstock
