Dienstag, 16. April 2002

Verbindung Djerba-Anschlag - Hamburger al-Qa'ida?

  • BKA befürchtet weitere Anschläge auf Touristen-Ziele

Im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Anschlag von Djerba gibt es nach Informationen des ZDF eine Verbindung zu der Hamburger El-Kaida-Zelle, die die Anschläge vom 11. September in den USA verübt haben soll. Es gebe eine Verbindung zu dem freigelassenen Verdächtigen von Duisburg, berichtete das ZDF am Donnerstagabend aus Mainz.

Demnach hat das Bundeskriminalamt (BKA) bei den Hausdurchsuchungen im Raum Duisburg die Telefonnummer von Ramzi Binalshibh gefunden, nach dem seit Monaten gefahndet wird. Er soll in Hamburg intensive Kontakte zu dem Terrorpiloten Mohamed Atta gehabt und die Anschläge mit vorbereitet haben.

Das Bundeskriminalamt wollte sich nicht zu den Einzelheiten der Ermittlungen äußern. Der Verdächtige in Duisburg, der kurz vor der Explosion von Djerba mit dem mutmaßlichen Attentäter Nizar Ben Mohamed Nawar telefoniert haben soll, war vorübergehend festgenommen, am Dienstagabend aber wieder freigelassen worden. Bei dem Anschlag auf die Synagoge La Ghriba auf Djerba waren 16 Menschen ums Leben gekommen, darunter elf Deutsche.

Nach dem Anschlag auf die Synagoge von Djerba befürchtet das Bundeskriminalamt nach Informationen der "Bild"-Zeitung weitere Attentate auch auf touristische Ziele. Das BKA habe eine entsprechende Warnmeldung an die Sicherheitsbehörden herausgegeben, berichtet die Zeitung am Freitag.

Darin heißt es, es sei "nicht auszuschließen, dass bei zu befürchtenden weiteren Anschlägen, bei denen die im Zielspektrum liegenden Anschlagsobjekte zugleich einen touristischen Anlaufpunkt darstellen, auch zufällig anwesende deutsche Touristen Anschlagsopfer werden können". Gleichzeitig warne das BKA in dem vertraulichen Hinweis vor einer "hohen Gefährdung israelischer, jüdischer und amerikanischer Einrichtungen auch in Deutschland".

16.4.2002 09:32