Montag, 15. April 2002

Teilgeständnis im deutschen "El Kaida-Prozess"

  • Anschlag auf Synagoge in Straßburg geplant

Im deutschen "El-Kaida-Prozess" vor dem Oberlandesgericht Frankfurt hat einer der fünf angeklagten mutmaßlichen islamistischen Terroristen am Dienstag ein Teilgeständnis abgelegt.

Er habe gemeinsam mit den anderen geplant, mit einem Bomben- Anschlag die Synagoge in Straßburg zu zerstören, sagte der 26-jährige Auerobi Beandali am Dienstag. Die Bombe sollte nach seinen Aussagen aus der Ferne gezündet werden, ohne dass Menschen verletzt werden.

Als Grund nannte er Frankreichs Algerien-Politik. Paris schicke dem Tod geweihte Algerier in ihre Heimat zurück und unterstützte die Regierung in Algier. Der Angeklagte dementierte jede Verbindung zur Terror-Organisation El Kaida. Er habe aber drei Monate in einer Glaubensschule und neun Monate in einem militärischen Ausbildungslager in Afghanistan verbracht. "Dies war eine privat bezahlte Schulung, die nichts mit El Kaida und Osama Bin Laden zu tun hat."

Die Bundesanwaltschaft beschuldigt vier der fünf Angeklagten, einen Bomben-Anschlag auf einen öffentlichen Platz in Straßburg geplant zu haben. Von der Synagoge ist in der Anklage nicht die Rede.

15.4.2002 15:18