Liebesromanze (So, ORF 1, 20.15 Uhr)

Kann sich der berühmteste und bezauberndste Filmstar der Welt in einen schüchternen Buchverkäufer verknallen? Freilich. Aber ohne Hindernisse läuft so etwas natürlich nicht ab...
Taschentuch-Alarm! Wenn Brit-Charmeur Hugh Grant im malerischen und titelspendenden Londoner Stadtteil "Notting Hill" als charmant-chaotischer Buchhändler William auf Filmdiva Anna Scott (Julia Roberts) trifft, sind beim TV-Publikum Tränen der Heiterkeit und der Rührung programmiert.
Die Story: Mit Kappe und Sonnenbrille getarnt, schlendert US-Filmgöttin Anna Scott (J. Roberts) durch den Londoner Stadtteil Notting Hill, schneit in ein kleines Reisebuchgeschäft – und versetzt dessen Besitzer, William Thacker (Hugh Grant), in stotterndes Entzücken. Kurz darauf schüttet er der kühlen Schönen auf offener Straße Orangen-Juice übers weiße T-Shirt. Sie willigt ein, mit in seine Wohnung zu kommen, um sich umzuziehen. Und drückt ihm zum Abschied einen „surrealen“ Kuss auf den Mund …
Die zauberhafte Liebeskomödie stammt von Richard Curtis, dem Autor von "Vier Hochzeiten und ein Todesfall". Neben den charmanten Liebeswickeln des Traumgespanns Roberts & Grant sorgen skurrile Nebenfiguren wie Rhys Ifans als des Buchhändlers schräger Wohnungsgenosse für Lacher.
Bis zum Happy End der mit brillanten Dialogen und schrägem Humor gewürzten Romantikkomödie, die seit 1999 an den Kinokassen weltweit 363 Millionen Dollar einspielte, muss das ungleiche Paar so manche Haarnadelkurve auf der Achterbahnfahrt der Gefühle meistern. Denn für William und Anna stellt sich die nicht unwesentliche Frage: Ist das glamouröse Leben eines amerikanischen Filmstars mit dem beschaulichen Grätzeldasein eines kleinen Buchhändlers kompatibel?
Kassenmagnet Julia Roberts war der Notting-Hill-Part der gottobersten Movie-Diva wahrlich auf den Leib geschrieben. Immerhin ist die resche Rothaarige auch im realen Leben die einzige Top-Diva, der strahlendste Stern des Filmbiz. Neben der Oscar-geadelten Hollywood-Queen, die längst Jodie Foster entthront hat, nehmen sich Kolleginnen wie Nicole Kidman, Catherine Zeta-Jones oder Cameron Diaz maximal wie ambitionierte Kronprinzesschen aus.
In den Hollywood-Olymp katapultierte sich Julia Fiona Roberts, Tochter eines Staubsaugervertreters und einer Kirchenangestellten aus der US-Provinz, aus eigener Kraft, ohne Lobby, dafür mit Talent und einer gehörigen Portion Glück - und realisierte den Traum von Karriere, Ruhm, Macht und ganz großem Geld.
Heute ist die Provinznudel aus Atlanta die einzige Frau im "25-Millionen-Dollar-Players-Club" - will heißen: Neben Kapazundern wie Tom Hanks und Tom Cruise ist Julia Roberts die einzige Lady, die pro Movie die beachtliche Summe von 25 Millionen Dollar casht.
Und so nebenbei gilt sie als einflussreichste Persönlichkeit des US-Showgeschäfts. Ihre Macht, so Filmbiz-Insider, basiert allein auf ihrem Erfolg. Wenn Julia in einem Movie den Hauptpart übernimmt, ist ein Blockbuster vorprogrammiert - und angesichts des Dollarregens lassen sich selbst die mächtigsten Studiobosse von ihren Spleens und Zicken gerne nerven...
