Freitag, 12. April 2002

EVN muss Internet aus der Steckdose verschieben

  • Schweizer System funktioniert nicht in Ballungszentren
  • Sind zu viele User gleichzeitig online, stimmt die Qualität nicht

Die neue Powerline-Technologie, die Internet aus der Steckdose ermöglicht, ist in Deutschland bereits am Markt. In Österreich hat die EVN Schwierigkeiten. Der Powerline-Test des niederösterreichischen Energieversorgers in Teilen von Krems, Waidhofen an der Ybbs und Wiener Neustadt ist vorerst an der Schweizer Technik gescheitert.

Die Begründung: Wenn zu viele User gleichzeitig am Strom-Internet hängen, stimmt die Qualität nicht mehr. Die Übertragungs-Geschwindigkeit sinkt zu stark. Um diese technischen Probleme zu überwinden, muss der Schweizer Partner der EVN, ASCOM, neue Geräte anliefern. Erst dann kann der Testlauf weiter geführt werden.

600 Testkunden
600 Testkunden in Niederösterreich konnten während der Testphase über jede Steckdose im Haushalt ins Netz einsteigen. Noch in diesem Jahr sollte das Produkt in Niederösterreich auf den Markt kommen. Ausgehend von den Ballungszentren sollte Niederösterreich je nach Kundennachfrage etappenweise erschlossen werden. Nun ist unklar, wann es wirklich so weit ist.

Im Rahmen eines weltweiten Feldversuchs testete die EVN gemeinsam mit der Schweizer Firma ASCOM Powerline Communications AG. Über jede Steckdose sollten die Kunden dabei mit zwanzigfacher ISDN-Geschwindigkeit im World Wide Web surfen. Voraussetzung dafür: eine EVN-Trafostation im Umkreis von 300 Metern zum Kunden. Rund 70 Prozent aller niederösterreichischen Haushalte in Ballungsräumen sowie über 50 Prozent in dünn besiedelten Gebieten liegen derzeit laut EVN in der erforderlichen Distanz zu einer derartigen Trafostation.

12.4.2002 09:21