Preisschlacht unter den Spielekonsolen
- Enttäuschende Verkaufszahlen von X-Box und Game Cube
- Microsoft will Produktion drosseln

Die drei großen Hersteller von Spielekonsolen, Sony, Nintendo und Microsoft rüsten sich für harte Zeiten. Nach hohen Erwartungen und den Markteinführungen der "Xbox" und des "GameCube" in Japan und Europa haben alle drei Unternehmen eher enttäuschende Verkaufszahlen ihrer neuen High-Tech-Spielzeuge verzeichnet.
Nach lange angekündigten und mit spektakulären Partys gefeierten Markteinführungen zuletzt in Europa folgt nun die Ernüchterung.
Preiskampf in der zweiten Jahreshälfte
Der Vertragspartner des Branchenneulings Microsoft, Flextronics, will künftig die Produktion der "Xbox" als Reaktion auf weltweit schlechte Verkäufe reduzieren. Vor allem im Mutterland der Konkurrenten Sony und Nintendo hatten Analysten dem Softwaregiganten schon vor dem Start einen schwierigen Markt vorhergesagt. Sowohl Marktführer Sony als auch Herausforderer Microsoft rüsten sich nach Einschätzung von Branchenexperten indes für eine Preisschlacht in der zweiten Hälfte des Jahres. Für die Produktion ihrer konkurrierenden Spielekonsolen wollen künftig beide Unternehmen mit billigeren Herstellern zusammen arbeiten.
Taiwanesen schrauben billiger
Microsoft arbeitet nach einem Bericht des "Wall Street Journal" neben Flextronics aus Singapur mit einer Tochter der taiwanesischen Acer Inc. als zweitem Hersteller zusammen. Sony hatte bisher seine "PlayStation 2" komplett in Japan herstellen lassen. Nun stecke das Unternehmen wie sein Rivale die Fühler nach taiwanesischen Herstellern aus, die in China das Spielzeug deutlich günstiger produzieren sollen. Nach Einschätzung des "Wall Street Journal" markieren diese Maßnahmen den Eintritt der Unternehmen in den heißesten Kampf um Marktanteile in der Geschichte der Video-Spiele.
Nintendo enttäuscht über GameCube-Start
Nur wenige Tage nach dem Europastart der "Xbox" von Branchen- Neuling Microsoft war der japanische Spielehersteller Nintendo Anfang Mai auch in Europa mit dem "Gamecube" in die Offensive gegangen. Trotz eines Rekordgewinns in der Gruppe von 956 Mill. Euro für das abgelaufene Geschäftsjahr zeigte sich Nintendo aber ebenfalls in Sachen Verkauf und operativem Gewinn enttäuscht. Der "GameCube" ist das jüngste Produkt im weltweit 20 Mrd. US-Dollar (22,8 Mrd. Euro) schweren Konsolenmarkt. Anders als die Konkurrenten bewirbt Nintendo sein kleines Leichtgewicht (1,2 Kilogramm) als Familien- Konsole für alle Altersgruppen.
X-Box ist die mit Abstand teuerste Konsole
Mit einem Preis von 249 Euro toppt der Spielehersteller ebenfalls derzeit seine Rivalen in Europa. Microsofts "Xbox" ist dagegen mit Abstand die teuerste Konsole. Der empfohlene Verkaufspreis von 479 Euro liegt nach Angaben des deutschen Microsoft-Chefs Kurt Sibold jedoch bereits unter dem Herstellungswert. Dennoch hatten sich zum Eurpastart zahlreiche Händler entschlossen, das Gerät eigenmächtig günstiger anzubieten.

