Donnerstag, 11. April 2002

Venezuela: Generalstreik ohne Frist verlängert

  • Arbeitgeber und Gewerkschafter gegen Präsident Chavez

Der seit zwei Tagen andauernde Generalstreik in Venezuela ist auf unbestimmte Zeit verlängert worden. Im Mittelpunkt der Streikaktionen gegen die Wirtschaftpolitik von Präsident Hugo Chavez steht die größte lateinamerikanische Erdölgesellschaft Petróleos de Venezuela (PDVSA).

Die Regierung sieht den auch von Unternehmern und der Opposition unterstützten Arbeitskampf als illegal an. Zuerst war ein 24-stündiger Ausstand beschlossen worden. Gestern wurde der um weitere 24 Stunden verlängert. Und mit der neuen Entscheidung ist er unbefristet verlängert worden.

Die Mitarbeiter des staatlichen Erdölunternehmens protestieren seit Wochen gegen den von Chavez angekündigten Austausch der gesamten PDVSA-Führung durch seine eigenen Gefolgsleute. Am Sonntag hatte der Staatschef sieben Führungsmitglieder des Unternehmens entlassen und zwölf weitere in den Ruhestand versetzt.

Bereits im Dezember hatte ein Generalstreik das gesamte öffentliche Leben des südamerikanischen Landes lahm gelegt. Die Proteste richteten sich gegen ein von Chavez erlassenes Dekret, das stärkere staatliche Kontrolle der größten Wirtschaftszweige Ölindustrie, Landwirtschaft und Fischerei vorsieht.

11.4.2002 06:23