Post-Betriebsrat und Vorstand schließen Frieden
- Post-Vorstand verspricht: Keine Zerschlagung
- Streik abgewendet

Streiks in der Österreichischen Post AG sind nun endgültig vom Tisch. Post-Vorstand und Betriebsrat haben am Dienstag nach einer zweitägigen Klausur am Semmering "Frieden" geschlossen. Das Ergebnis ist eine fünf Punkte umfassende Erklärung des Post-Managements. Die Kernaussage: Die vom Betriebsrat heftig kritisierte Aufteilung der Post in fünf Sparten führt nicht zur Zerschlagung der Post.
Eine gesellschafts-rechtliche Trennung der Post wird vom Vorstand nicht angestrebt und auch dem Eigentümer nicht vorgeschlagen, heißt es in der Erklärung. Außerdem verfolge der Vorstand das Ziel, "den Bestand des Unternehmens langfristig abzusichern". Prozessveränderungen würden nur dann vollzogen, wenn sie die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Unternehmens verbessern, den Kundenbedürfnissen entsprechen, die Kostenvorteile von Synergien zwischen den Sparten nutzen und die Gesamtkosten nicht erhöhen.
Genaue Zahlen für die geplante Spartenorganisation wurden am Dienstag aber nicht vorgelegt. Der Grund: Die dafür notwendige "Bepreisung" der einzelnen Prozesse wird frühestens Ende Juni abgeschlossen sein. Der Vorstand hat der Personalvertretung zugesagt, sie laufend über den Fortgang des Projekts zu informieren.
Post bleibt ein integriertes Unternehmen
Die Belegschaftsvertretung zeigte sich am Dienstag erfreut. "Mit der heutigen Erklärung des Vorstand wurde eine Spartenorganisation, wie wir sie befürchtet haben, verhindert. Die Post wird ein integriertes Unternehmen bleiben".
Die Befürchtung des Betriebsrats, dass durch die Spartenorganisation 11.000 Arbeitsplätze gefährdet und 250 Mill. Euro Mehrkosten verursacht würden, seien unter diesen Vorgaben entkräftet. Der Betriebsrat wolle das selbe Versprechen aber nun auch dem Eigentümer abringen, so Fritz.
Sonderbudget für Härtefälle
Der Vorstand hat im Zuge der Erklärung von Dienstag indes auch zugesichert, für Härtefälle im Zuge von Umstrukturierungen (auch im Bereich der Postämterschließungen) ein Sonderbudget von 4 Mill. Euro einzurichten. Bei Arbeitsplatzeinsparungen werde gemeinsam mit dem Betriebsrat vorgegangen. Personalkürzungen sollen auf Basis bereits bestehender Modelle auf regionaler Ebene durchgeführt werden. Bei Bedarf sollen diese Modelle auch inhaltlich weiterentwickelt werden.
Außerdem versicherte der Vorstand dem Betriebsrat, dass Logistik und Distribution Kernkompetenz der Österreichischen Post AG seien, die dauerhaft durch die Beschäftigten des Unternehmens erbracht werde.
Darüber hinaus wurde als Ergebnis der Klausur ein Verhandlungskatalog mit 24 Punkten festgelegt, der unter anderem die strittigen Punkte der Schichtdienstzulage, der Überstundenhandhabung, der Urlaubsabwicklung und der Dienstkleidung umfasst. Die Punkte sollen bis zum 22. Mai 2002 ausverhandelt werden.

