Dienstag, 9. April 2002

Telekom Austria dreht Gruppen-Ergebnis 2001 ins Plus

  • Muttergesellschaft noch mit Verlust
  • Trotz Gewinn: Keine Dividende für Aktionäre

Die börsennotierte Telekom Austria (TA) hat im vergangenen Jahr in der Gruppe (inklusive Mobilkom) operativ erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben. Das Betriebsergebnis (EBIT) - Aufwendungen für freigestellte Mitarbeiter eingerechnet - konnte von minus 37,0 Mill. Euro auf plus 106,1 Mill. Euro gedreht werden. Trotzdem werden die Aktionäre weiterhin auf Dividenden verzichten müssen.

Die TA AG (Mobilkom at equity, d.h. zu 75 Prozent) wies für 2001 hingegen noch einen Jahresfehlbetrag von 104,6 (2000: 285,6) Mill. Euro und somit einen Verlust je Aktie von 0,21 (0,57) Euro aus. Auch das EBIT der AG blieb mit 195,4 (299,2) Mill. Euro weiterhin negativ.

Geduldsprobe für Aktionäre
Die Geduld der Aktionäre der seit November 2000 börsenotierten Telekom Austria (TA) wird weiter auf eine harte Probe gestellt: Auch für das Jahr 2002 werde es noch keine Dividende geben, sagte TA-Vorstandsvorsitzender Heinz Sundt heute, Dienstag, bei der Bilanzpressekonferenz. Ob es für 2003 eine Dividende geben wird, ließ Sundt offen: "Ich bin kein Freund langfristiger Ankündigungspolitik."

Verschuldung leicht verringert
Die Nettoverschuldung verringerte sich im vergangen Jahr leicht von 3,420 Milliarden Euro auf 3,282 Milliarden Euro. Für 2002 erwartet die TA auf Gruppen-Ebene "zumindest" einen minimalen Anstieg des Ergebnisses vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA), eine weitere Verbesserung des Nettoergebnisses sowie eine relativ flache Entwicklung der Umsatzerlöse. Die Restrukturierung im Personalbereich, die im Vorjahr ihren Höhepunkt erreicht habe, werde fortgesetzt, hieß es weiter.

Gleichzeitig bestätigte die TA am Montag ihre vorläufigen Umsatz- und EBITDA-Zahlen für das Vorjahr. Demnach erhöhte sich der EBITDA-Gewinn 2001 - inklusive der Aufwendungen für freigestellte Mitarbeiter - in der Gruppe um 35,1 Prozent auf 1,423 (1,053) Mrd. Euro. Die zusammengefassten Umsatzerlöse der Telekom Austria Gruppe stiegen - wie berichtet - um 1,2 Prozent auf 3,944 (3,897) Mrd. Euro.

Festnetzgeschäft schrumpft
Weiter geschrumpft ist die TA 2001 vor allem im Festnetzbereich. Die vermittelten Minuten im Festnetz reduzierten sich von 12,555 Milliarden im Jahr 2000 auf rund 10,969 Milliarden 2001. Die Zahl der Anschlüsse sank von 3,269 auf 3,167 Millionen. Der Festnetzumsatz ging im Vorjahr um 7,5 Prozent auf 2,457 Mrd. Euro zurück. Dennoch sei das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) im Festnetzbereich "durch rigorose Kostensenkungs-Maßnahmen" um 51,9 Prozent auf 869,0 Millionen Euro gesteigert worden.

Hauptziel Personalabbau
Als eines der "Hauptziele" im Geschäftsjahr 2001 bezeichnete die Telekom Austria am Dienstag den Personalabbau. Seine selbst gesteckten Ziele habe das Unternehmen dabei erreicht, hieß es aus dem Unternehmen im Vorfeld der Präsentation. Tatsächlich hat die Telekom 2001 vor allem im Festnetzbereich - unter Einbeziehung der Mitarbeiter, die mit 1. Jänner 2002 das Unternehmen verlassen haben - 2.800 Personen abgebaut. Darüber hinaus waren zu Jahresende 2001 273 Mitarbeiter im Rahmen der Personalrestrukturierung freigestellt, so die TA. Kündigungen habe es nur in 40 Fällen gegeben. Die Telekom will bis 2005 rund ein Drittel ihrer Belegschaft abbauen.

Insgesamt waren zu Jahresende 2001 in der Telekom Austria 16.586 Mitarbeiter beschäftigt, 11.903 im Festnetzbereich, 3.438 im Mobilfunk, 877 in der Datenkommunikation und 368 im Internetsegment. Ende 2000 hatte die TA noch über 18.301 Mitarbeiter verfügt. Neu dazugekommen sind Mitarbeiter im Mobilfunk und im Internetbereich.

9.4.2002 06:21