Montag, 8. April 2002

Putin hofft im Schuldenstreit auf deutsche Kulanz

  • Es geht um sowjetische Altschulden bei der DDR
  • Russisch-Deutsche Wirtschaftsverträge geplant

Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich zuversichtlich geäußert, dass im Streit mit Deutschland über russische Altschulden bei seinem Besuch in Weimar in dieser Woche eine Einigung erzielt werden kann. Er hofft, dass er mit Bundeskanzler Gerhard Schröder eine entsprechende Grundsatz-Vereinbarung schließen kann.

Das sagte Putin im Vorfeld seines am Dienstag beginnenden Deutschland-Besuchs. Russland stehe in intensiven Gesprächen mit den deutschen Partnern.

Schulden bei der DDR
Im dem Streit geht es um russische Schulden gegenüber der früheren DDR in Höhe von 6,4 Milliarden Transferrubel. Der Transferrubel war die Verrechnungseinheit zwischen den früheren Ostblock-Staaten. Strittig war bisher vor allem die Bewertung dieser Schulden in aktueller Währung, wie Dollar oder Euro.

Am Donnerstag hatte es in deutschen Regierungskreisen geheißen, die Gespräche mit Russland befänden sich zwar auf "einem guten Weg". Eine Einigung stehe aber noch nicht unmittelbar bevor. Von russischer Seite war zeitweise sogar die Berechtigung dieser Zahlungsansprüche insgesamt in Zweifel gezogen worden. Geplant war ursprünglich auch, diese Schulden mit deutschen Beteiligungen an russischen Firmen zu verrechnen.

Russisch-Deutsche Wirtschaftsverträge
Russland und Deutschland wollen bei den Regierungskonsultationen in Weimar Wirtschaftsverträge mit einem Volumen von 1,5 Mrd. Euro abschließen. Dabei handele es sich um Zusammenarbeit in den Bereichen Hochtechnologie, Möbelverarbeitung, Landtechnik und Finanzierungsinstrumente, teilte der Vorsitzende des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft, Klaus Mangold, am Montag in Weimar mit.

8.4.2002 06:08