FIA-Chef Mosley für weitere Kostensenkung in Formel 1
- Nun sollen die Testfahrten reduziert werden
- Kirch-Pleite beunruhigt Mosley kaum

FIA-Präsident Max Mosley will die Kosten in der Formel 1 weiter senken. Nach der Einigung in Sachen Motorenbeschränkung, - ab Jänner 2004 darf an den drei Bewerbstagen pro Fahrer nur noch ein Motor verwendet werden -, will er nun auch die exzessiven Testfahrten reduzieren. "Auch ohne die internationale Krise sind die Kosten der Formel 1 in einer Art gestiegen, die nicht mehr haltbar war. Daher müssen wir reagieren, wie z. B. mit der Ein-Motoren- Regel", sagte Mosley.
Gespart werden könne auch beim exzessiven Testen., erklärte Mosley im Interview mit den am Dienstag erschienenen "Salzburger Nachrichten". "Beim Test gibt es keine Medien, kein TV, keine Werbewirkung für die Sponsoren. Jeder testet, wird etwas schneller - das ist für alle gleich. Das wäre es auch ohne die vielen Testfahrten. Nicht akzeptabel ist, dass manche testen und andere nicht."
Die Pleite der KirchGruppe beunruhigt den 61-jährigen englischen Juristen vor dem ersten Europa-Grand-Prix am Sonntag in Imola nicht wirklich. "Irgendjemand wird die TV-Rechte der Formel 1 vermarkten. Derzeit ist durch ein Abkommen der Anteilseigner ja Bernie Ecclestone beauftragt." Auch in diversen "Drohgebärden" der Autohersteller, die Formel 1 ab 2008 in zwei Serien aufzusplitten, sieht Mosley keine Gefahr. "Ich halte das nicht für wahrscheinlich. Die Summe von zwei Parallel-Meisterschaften wäre nicht so viel wert wie eine Serie, was man auch in den USA (CART/Indy Racing League, Anm.) sieht." Mosley glaubt, dass der Druck für beide Seiten, ein Übereinkommen zu erreichen, so groß ist, dass dieses auch erreicht werde.
Den nächsten neuen Grand-Prix-Schauplatz erwartet Mosley, der vorerst bis 2005 im Amt bleibt, in dem SN-Interview "am wahrscheinlichsten im Mittleren Osten, wegen der Zeitzone und der Entfernung. Da gibt es drei, vier Länder in der Golfregion, die sich ernsthaft mit dem Thema befassen. Das große Problem wird dann sein, welches Rennen wird für das neue gestrichen." In China gäbe es drei verschiedene GP-Projekte, auch von Moskau glaubt er, dass dieser Standort einmal realisiert werden könnte.
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