Freitag, 12. April 2002

Ron Kennedy tritt nach WM als ÖEHV-Teamchef zurück

  • Noch kein Nachfolger bekannt

Ron Kennedy tritt nach der WM in Schweden (26.4.-11.5.) als Teamchef der österreichischen Eishockey-Nationalmannschaft ab. Nach sechs erfolgreichen Jahren ist dem Kanadier die Doppel-Belastung als Klubtrainer und Teamchef genug. "Ich brauche eine Pause", erklärte Kennedy, der schon zuvor seinen Abschied als Coach des Villacher SV bekannt gegeben hat und nun in Europa einen Trainerjob sucht. Ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht, der bisherige Teamchef-Assistent Greg Holst wird es nicht.

Kennedy hat das österreichische Nationalteam von Ken Tyler 1996 übernommen. Die ÖEHV-Auswahl war ausgerechnet bei der Heim-WM in Wien abgestiegen, der 49-Jährige führte Kalt und Co. zurück in die Elite, zu fünf A-Weltmeisterschaften und zwei Olympischen Turnieren. Und zu zwei ganz großen Sensationen: Bei der WM 2000 in St. Petersburg wurde Finnland ein 3:3-Remis abgerungen, bei der WM 2001 in Deutschland gab es gegen die USA sogar einen 3:0-Sieg.

Kennedy will Team als A-Nation übergeben
Als A-Nation will Kennedy das Team auch übergeben und somit einen ebenso perfekten Abschied schaffen wie als Klubtrainer. Den Villacher SV hat er als Meistermacher verlassen. "Es ist fair für die Spieler und den Verband, wenn ich es jetzt sage", begründete der Teamchef, warum er in der letzten Phase der Vorbereitung auf die WM seinen Entschluss bekannt gab. "Optimal wäre es, wenn man nur das Team hat und nicht auch einen Verein. Dann würde es keine Diskussionen geben, warum nimmt er den Spieler oder den. Man wäre komplett neutral. Ich habe nachgedacht, nur das Team zu nehmen. Aber das ist mir derzeit zu wenig", erklärte er.

Entscheidung über neuen Trainer erst nach WM
Doch die Optimal-Vorstellung wird sich in Österreich nicht umsetzen lassen. "Finanziell schaut es nicht so aus, dass wir uns einen hauptamtlichen Trainer leisten können", gesteht Verbandskapitän Giuseppe Mion. Holst, den Mion in seiner Funktion als VSV-Obmann als neuen Villach-Trainer geholt hat, wird nicht auch den zweiten Job von Kennedy übernehmen, aber vielleicht als U20-Teamchef weiter machen. Verbandspräsident Dieter Kalt hat jedenfalls schon einige Anfragen, eine Entscheidung soll aber erst nach der WM fallen.

Volle Konzentration auf WM
Den 66. Weltmeisterschaften gilt vorerst auch noch die ganze Konzentration von Kennedy. Derzeit sind noch 26 Mann im Kader, der auf 23 Mann reduziert werden muss. "Wir haben derzeit noch fünf Linien, Polen wird ein entscheidendes Spiel für einige Spieler", sagt Kennedy.

Andre Lakos weiter fraglich
Der junge Verteidiger Pfeffer wurde schon am Montag nach Hause geschicktDafür bekommt das Team Verstärkung aus Amerika. Die Utah Grizzlies mussten sich am Samstag im Achtelfinal-Playoff der American Hockey League (AHL) in der entscheidenden Partie bei den Houston Aeros mit 2:3 geschlagen geben und verloren damit die "best of five"-Serie mit 2:3. Der Wiener Verteidiger Andre Lakos, der am Samstag nicht eingesetzt wurde, wird daher mit dem ÖEHV-Team am Mittwoch nach Göteborg fliegen.

Viele Leistungsträger fehlen
Mit Reinhard Divis, der mit den St. Louis Blues im NHL-Playoff engagiert ist, Simon Wheeldon, Tom Searle (beide private Gründe), Wolfgang Kromp, Günther Lanzinger (beide berufliche Gründe) sowie Andreas Pusnik, Peter Kasper, Thomas Koch (alle schulische Gründe) sowie Heimo Lindner (sportliche Gründe) fehlen ohnehin neun Teamkandidaten, die meisten Leistungsträger.

12.4.2002 12:11