Mexikaner Codesal bezeichnet Blatter als "autoritär"
- Machtkämpfe innerhalb der FIFA eskalieren
- Auch Vizepräsident attackiert Blatter
Der Mexikaner Edgardo Codesal, Aspirant auf den Vorsitz des Fußballverbandes für Nord-, Mittelamerika und die Karibik (CONCACAF), hat FIFA-Chef Joseph Blatter als "autoritär" kritisiert. "Er übt Rechte aus, die er gar nicht hat", sagte Codesal am Dienstag und warf Blatter vor, eine für denselben Tag angesetzte Sitzung im letzten Augenblick eigenmächtig abgesagt zu haben. Bei dieser Sitzung sollte darüber entschieden werden, ob Codesal für den CONCACAF-Vorsitz wählbar ist. Die Wahlen sind für den 20. April in Miami vorgesehen.
Der frühere Schiedsrichter und heutige Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses, der 1990 das WM-Endspiel Deutschland-Argentinien (1:0) leitete, wäre Gegenkandidat des langjährigen CONCACAF-Präsidenten Jack Warner aus Trinidad und Tobago. Warner und der der US-amerikanische CONCACAF-Generalsekretär Chuck Blazzer wollen die Kandidatur Codesals vereiteln. Sie führen an, dass Codesal nicht wählbar sei, weil er auf der Lohnliste des Verbandes stehe. Laut Codesal forderte Blazzer den Rücktritt von FIFA-Generalsekretär Michel Zen Ruffinen, weil dieser die von Blatter jetzt abgesagte Sondersitzung genehmigt habe.
Mexikanischen Presseberichten zufolge spielen in dem Streit um die Codesal-Kandidatur auch die Machtkämpfe innerhalb der FIFA eine Rolle. Warner und Blazzer stünden hinter Blatter, während das Codesal-Lager Zen-Ruffinen unterstütze. Auch der afrikanische Verbandschef Issa Hayatou aus Kamerun, der Ende Mai gegen Blatter kandidieren wolle, unterstütze die Codesal-Kandidatur.

