Samstag, 13. April 2002

Ex-FP-Spitzenkandidat kündigt Rückzug an

  • Zuvor fordert Thomas Prinzhorn tiefgreifende Reformen
  • Bei der Nationalratswahl 2003 will er nicht mehr kandidieren

In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" kündigt der Zweite Nationalratspräsident Thomas Prinzhorn (FPÖ) seinen Rückzug aus der Politik an. Bei der Nationalratswahl im kommenden Jahr will der Industrielle nicht mehr kandidieren. Prinzhorn: "Mit 60 werde ich an etwas anderes denken als an eine Kandidatur. Wenn gewünscht, werde ich noch ein paar gute Ratschläge mit auf die Reise geben und das wird es dann gewesen sein."

Zuvor verlangt der ehemalige Spitzenkandidat der FPÖ aber noch tiefgreifende Reformen in Österreich. Prinzhorn kritisiert dabei die Bundesländer, vor allem Wien und Niederösterreich. Prinzhorn: "Da wird eine Politik der Ewiggestrigen gepflegt, wo nach Belieben Gebühren erhöht werden. Das ist unmöglich, die Länder sollen endlich zu echten Reformen kommen und sich ein Beispiel am Bund nehmen."

Der FP-Politiker fordert im "profil"-Interview auch eine Reform des Sozialstaats. Prinzhorn: "Wir müssen die soziale Treffsicherheit erhöhen. Es gibt ja auch genügend Leute, die dem System nur auf der Tasche liegen, ohne es für sie rechtfertigen zu können."

Längere Ladenöffnungszeiten
Weiters fordert der Zweite Nationalratspräsident eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten, um "den Kaufkraftabfluss etwa nach Ungarn oder Pressburg" zu stoppen. Prinzhorn kritisiert dabei vehement die Wirtschaftskammer und auch deren FP-Funktionäre. Prinzhorn: "Ich frage mich, wie lange wir uns noch von den Funktionären der Wirtschaftskammer, und da nehme ich unsere eigenen nicht aus, diese Reglementierung gefallen lassen. Wir müssen die Öffnungszeiten ausdehnen, das ist unabdingbar."

Für Anhebung des Frauenpensionsalters
Für Prinzhorn ist es "langfristig" auch "denkbar", das Frauenpensionsalter an jenes der Männer anzupassen. Prinzhorn in "profil": "Die Frauen sind die biologisch stärkeren und haben eine höhere Lebenserwartung." Bei der Anrechnung etwa von Kindererziehungszeiten müsse man, so Prinzhorn, den Frauen gegenüber allerdings "sehr korrekt und fair" sein.

13.4.2002 07:25