Freitag, 12. April 2002

2002 bringt Rekordreisewelle: Staumanager soll helfen

  • Lkw-Wochenendfahrverbot zur Sommerzeit wird ausgeweitet

"Eine Sommerreisewelle, die alles bisher da gewesene in den Schatten stellt" - das erwartet Verkehrsminister Mathias Reichhold im heurigen Jahr. Da eine Reisewelle auch immer mit Staus verbunden ist, sollen nun sogenannte Staumanager Abhilfe schaffen.

Das Verkehrsministerium will der sommerlichen Blechlawine mit neuen Staumanagern begegnen. Geplant sind solche Staumanager in allen Bundesländern. Den obersten "Stau-Sheriff" wird mit dem Vorstand Autobahngesellschaft Asfinag, Franz Lückler, der Bund stellen.

Ziel sei es, die bevorstehende Reisewelle so in den Griff zu bekommen, dass sich die Situation zumindest nicht verschlechtert, betonte Asfinag-Chef Walter Hecke. Mit mehr Stau-Information (etwa via Webcams über das Internet), mehr Sicherheit durch schärfere Geschwindigkeitskontrollen und über eine bessere Baustellenorganisation sollen Staus vermieden werden.

Die Staumanager sollen sich konkret vor allem um die Koordination der Baustellen kümmern. Baustelleneinrichtungen am Freitagnachmittag, Mehrarbeit zu Stoßzeiten oder leere Baustellen sollen künftig vermieden werden. Ziel sei vor allem eine Verkürzung der Bauzeitzeiten, so Hecke. Damit will die Asfinag auch Kosten sparen.

Weniger Baustellen zur Reisezeit?
Verkehrsminister Reichhold betonte, dass bei den Baustellen auch auf die tourismusstarke Zeiten Rücksicht genommen werden muss. Weiters überlegt das Verkehrsministerium das Wochenendfahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen, das in der Sommerreisezeit nach dem momentanen Gesetz ab Samstag 8.00 Uhr gilt, in der kritischen Zeit auf Freitagabend auszudehnen.

Darüber hinaus sollen, wenn auf Autobahnen gebaut wird, die Ausweichrouten auf den ehemaligen Bundesstraßen - seit Anfang April unter der Hoheit der Länder - freigehalten werden. "Nach der Verländerung der Bundesstraßen werden zwei Drittel des Verkehrs über die Landesstraßen abgewickelt. Die Feinabstimmung ist daher besonders wichtig", betonte Verkehrsminister Reichhold.

Grundvoraussetzungen für die Landesstraßen - etwa Standards für den Straßenzustand, für Leitschienen oder für die Tunnelsicherheit - will der Minister mit den Ländern vertraglich absichern. "Die Standards die auf Bundesebene galten, sollen auch auf Landesebene anerkannt werden", so Reichhold.

12.4.2002 14:26