Angst vor UNO - Serbische Ex-Minister wählen Freitod
- Jugoslawischer Gesundheitsminister begeht Selbstmord
- Ex-Innenminister Stojiljkovic verübt Selbstmordversuch

Panik unter serbischen Ex-Ministern: Am Donnerstag macht das jugoslawische Parlament den Weg zur Auslieferung von mutmaßlichen Kriegsverbrechern an das UNO-Tribunal frei -Stunden später begingen zwei Politiker Selbstmord. Der jugoslawische Gesundheitsminiter ist tot, der frühere serbische Innenminister Stojiljkovic schwer verletzt.
Der jugoslawische Gesundheitsminister, Miodrag Kovac, hat in den frühen Morgenstunden in einem Hotel in der spanischen Hauptstadt Madrid Selbstmord begangen. Dies meldete der Belgrader Sender "B-92". Kovac, Spitzenfunktionär der montenegrinischen Sozialistischen Volkspartei, hatte jahrelang föderale Ämter bekleidet. Nach den Medienberichten wurde Kovac tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden.
In seinem Abschiedbrief an die Familie soll Kovac laut Medienberichten den Selbstmord mit "zu großem Vertrauen in einzelne Menschen" erläutert.
Der wegen Kriegsverbrechen angeklagte frühere serbische Innenminister Vlajko Stojiljkovic hat am Donnerstag einen Selbstmordversuch unternommen. Er schoss sich in den Abendstunden vor dem Bundesparlament in Belgrad eine Kugel in den Kopf, gab das Innenministerium bekannt.
Ärzte ringen in der Belgrader Unfallklinik um das Leben Stojiljkovics. Sein Zustand sei sehr kritisch, gab das Krankenhaus bekannt. Jugoslawiens Präsident Vojislav Kostunica bedauerte den Zwischenfall in einer Fernsehansprache am späten Abend.
Stojiljkovic galt als einer der ergebendsten Mitarbeiter des früheren Präsidenten Slobodan Milosevic. In einem am Abend veröffentlichten Abschiedsbrief gab er der aktuellen Führung Jugoslawiens und Serbiens die Schuld an seiner Verzweiflungstat, weil sie das Kriegsverbrechergesetz verabschiedet habe.
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