FORMAT berichtet über das blaue Spitzel-Finale
- Kleindienst klagt Haider, Haider klagt Kleindienst

In der schon totgeglaubten Spitzelaffäre tauchen wieder düstere Wolken auf. Aufdecker Josef Kleindienst will Jörg Haider jetzt zivilrechtlich der "Spitzelei" überführen. Auch dieser hat den Enthüllungsautor auf Ehrenbeleidigung geklagt.
Mit der Spitzelaffäre, versicherte der Wiener FP-Landesparteisekretär Michael Kreißl vergangene Woche, habe sein für den Parteitag der Wiener Freiheitlichen am kommenden Sonntag angekündigter Rücktritt rein gar nichts zu tun: "Inzwischen ist das", sagt Kreißl, "ja eingeschlafen."
Doch nicht ganz eingeschlafen
Denn es wird eine Anklage in der Spitzelaffäre geben. Der zuständige Staatsanwalt Michale Klackl wird zwar nach dem Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider und dem früheren FP-Klubobmann Ewald Stadler auch noch Wiens FP-Chef Hilmar Kabas ungeschoren davonkommen lassen, ein FP-Mann muss sich jedoch vor dem Richter rechtfertigen: Michael Kreißl. Er soll gemeinsam mit dem Aufdecker der Spitzelaffäre, Josef Kleindienst, wegen Amtsmißbrauch und Anstiftung zum Amtsmißbrauch angeklagt werden.
Der frühere Polizist Josef Kleindienst will aber am 28. Mai erstmals vor einem ordentlichen Gericht (LG St. Pölten) beweisen, dass seine schweren Vorwürfe gegen die FPÖ stimmen. Nur dreizehn Tage später, am 10. Juni, kreuzt Kleindienst sogar mit Jörg Haider vor einem Zivilrichter die juristische Klinge. Auch dieser hat den Enthüllungsautor auf Ehrenbeleidigung und Kreditschädigung geklagt.
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