Temelin: Emotionsgeladene und hitzige Stimmung
- Tschechische Experten: Auswirkung auf Umwelt niedrig
- Buhrufe von Atomgegnern

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Mehr als 300 Atomgegner aus Bayern und Österreich nahmen am Donnerstag an einem "Temelin-Hearing" in Passau teil, zu dem das tschechische Umweltministerium auf Grund eines bilateralen Vertrages mit Deutschland eingeladen hatte. Die Stimmung im Saal war zum Teil emotionsgeladen und hitzig, vor allem weil die tschechischen Experten und die Betreiber des umstrittenen südböhmischen Atomkraftwerks dessen ökologische Unbedenklichkeit unterstrichen.
Die Temelin-Gegner waren mit Transparenten und Schautafeln gekommen. Sie brachten darauf neuerlich ihre Bedenken gegen das Atomkraftwerk zum Ausdruck und forderten dessen Stilllegung.
Die Betreiber des AKW Temelin ihrerseits legten am Eingang des Saals umfangreiches Informationsmaterial in deutscher Übersetzung auf, in dem betont wurde, dass Temelin keine Gefahr für die Umwelt sei.Wörtlich hieß es in einer der Zusammenfassungen zu den bisherigen Temelin-Gutachten, "der Einfluss des Kraftwerks Temelin auf die Umwelt ist als niedrig, ausdruckslos und akzeptabel zu bewerten".
Und weiters wurde in dieser von den Temelin-Betreibern herausgegebenen Broschüre betont, dass das Kraftwerk als Ganzes auch nach der Aufnahme seines Betriebes akzeptabel sei und keine ökologische Belastung der Umwelt nach sich ziehen werde.
Formell geht es bei dem Hearing um 78 nachträgliche Bauänderungen beim AKW Temelin. Auch diese seien, so ein Gutachten tschechischer Experten, für die Umwelt unbedenklich, im Gegenteil, sie würden sogar zu einer ökologischen Verbesserung führen. Eine Feststellung, die von den anwesenden Atomgegnern mit Buh-Rufen und lautstarken Unmutsäußerungen quittiert wurde.
Offiziell stehen bei dem Hearing die umstrittenen Sicherheitsfragen und auch die so genannte Null-Variante - also die Nicht-Inbetriebnahme des AKW Temelin - nicht zur Diskussion. Die Atomgegner kündigten aber an, vor allem auch diese Fragen zur Sprache bringen zu wollen.
Das Hearing wird von der stellvertretenden tschechischen Umweltministerin Eva Tylova geleitet. Sie sagte zu, dass die beim Hearing geäußerten Bedenken der Atomgegner in den abschließenden Bericht des tschechischen Umweltministeriums zur Temelin-Umweltverträglichkeitsprüfung Eingang finden würden.
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