Montag, 8. April 2002

Österreichs Verkehr droht nach Osterweiterung Kollaps

  • In 10 Jahren doppelt so viele Laster auf Österreichs Straßen!
  • Vorerst werden keine Staßenbau-Projekte vorgezogen

Der Stau-Wahnsinn auf Österreichs Straßen durch den Ausbau der Südautobahn droht in einen absoluten Verkehrs-Kollaps überzugehen. Durch die bevorstehende Osterweiterung wird in den kommenden zehn Jahren der Güterverkehr durch Österreich um 50 Prozent ansteigen. Konkret droht eine Erhöhung von 1999 rund 382 Mill. Tonnen bis 2015 auf 574 Mill. Tonnen. Der Ost-West-Transit wird sich dabei um 127 Prozent, der West-Ost-Transit sogar um 134 Prozent erhöhen.

Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Verkehrsplanungsbüros Henry. Vor diesem Hintergrund sollen Österreichs Straßen und Schienen nun künftig rascher ausgebaut werden als bisher. Vorgezogene Verkehrsprojekte wird es allerdings nach dem derzeitigen Finanzierungsstand nicht geben.

Verkehrsminister Mathias Reichhold (F) präsentierte am Montag ein Paket zur Verfahrensbeschleunigung im Infrastrukturbereich. Ziel sei es, "aus einem lahmen Kaltblüter einen Vollblüter zu machen", sagte Reichhold am Montag bei einer Pressekonferenz.

Konkret fallen zunächst bei Straßenbauverfahren die Genehmigungspflicht für Vor- und Einreichprojekte weg. Dadurch sollen die Verfahren von derzeit zehn bis 15 Jahren auf sieben bis zehn Jahre beschleunigt werden. Im Schienenbereich will das Verkehrsministerium vor allem mit Personal für schnellere Verfahren sorgen. Bis 2008 strebt das Infrastrukturministerium sowohl für Schiene als auch für Straße eine Verkürzung der Verfahrensdauer auf 12 Monate an.

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl bestätigte am Montag einen raschen Handlungsbedarf bei der Verfahrensbeschleunigung. "Es ist unmöglich, dass wir uns fünfzehn Jahre Zeit lassen, aber in zehn Jahren steigert sich das Verkehrsaufkommen um zehn Prozent", sagte Leitl bei der Pressekonferenz.

Konkret wird derzeit Richtung Osten an der Verlängerung der Autobahn Kittsee bis zur Staatsgrenze und - so in Pressburg ein neuer Südbahnhof errichtet wird - an einer neuen Bahnstrecke dorthin gearbeitet. Im Personenverkehrs soll außerdem die Schnellbahnlinie S2 Richtung Laa an der Thaya ausgebaut werden.

Darüber hinaus werden vorerst allerdings keine Verkehrsprojekte Richtung Osten vorgezogen. "Unter dem derzeitigen Finanzierungsrahmen sehe ich keine Möglichkeit Vorziehungen vorzunehmen", so Reichhold weiter.

8.4.2002 13:04