Montag, 8. April 2002

Bush & Blair verschärfen Drohung gegen Saddam

  • Saddam: "Kämpfen wie unsere Brüder in Palästina"

Der britische Premierminister Tony Blair hat seine Drohungen gegenüber dem Irak nach einem Treffen mit US-Präsident George W. Bush verschärft. "Wir dürfen nicht vor der Konfrontation zurückschrecken, wenn uns Massenvernichtungsmittel bedrohen", sagte Blair am Sonntag in Texas. Falls erforderlich, zählt dazu auch ein militärischer Angriff, der die Regierung stürzt, fügte Blair hinzu. Saddam Hussein will einem mö

Als Beispiele führte er "Milosevic, die Taliban und Sierra Leone" an. Will der irakische Staatschef Saddam Hussein ein ähnliches Schicksal vermeiden, muss er die Waffeninspekteure ins Land lassen, "wen auch immer, wann und wo die internationale Gemeinschaft es wünscht". Die "Lehren aus dem 11. September" dürften nicht vergessen werden, mahnte Blair.

Saddam: "Kämpfen wie unsere Brüder in Palästina"
Iraks Präsident Saddam Hussein bekräftigte unterdessen in Bagdad, die Iraker sind wie "ihre Brüder in Palästina" bereit, sich zur Not "auch mit den Fäusten" zu verteidigen. Der Irak sei stärker als seine Feinde, weil er im Recht sei, wurde der Machthaber im staatlichen Fernsehen zitiert.

"Wir werden sie mit Stöcken, Steinen, Raketen, Flugzeugen und allem, was uns zur Verfügung steht, bekämpfen und wir werden sie besiegen", zitierte das irakische Satellitenfernsehen den Staatschef. Saddam rief seine Minister auf, sich auf einen Angriff vorzubereiten.

Zugleich kündigte er an, die Palästinenser auch weiterhin voll zu unterstützen. Das schließe auch die finanzielle Unterstützung der Familien von Selbstmordattentätern ein.

Bush und Blair hatten am Wochenende ihren gemeinsamen Willen bekräftigt, den irakischen Machthaber zu stürzen. Im Umgang mit dem Irak sind "alle Möglichkeiten offen", sagte Bush nach einem Treffen mit Blair auf seiner Farm im texanischen Crawford. Konkrete Entscheidungen über ein militärisches Vorgehen wurden bei dem informellen Gipfeltreffen nicht getroffen. Die USA hatten zuvor wiederholt gedroht, Irak militärisch anzugreifen. Neben dem Iran und Nordkorea hatte Bush das Land im Jänner öffentlich als Teil einer "Achse des Bösen" bezeichnet. Washington und London verdächtigen Saddam Hussein, Massenvernichtungswaffen herzustellen.

8.4.2002 09:58