Sonntag, 7. April 2002

Wachstum in der Euro-Zone im Frühjahr bei 2 Prozent

  • Ölpreisanstieg aber großer Risikofaktor

Das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone wird dem Wachstumsindikator der "Financial Times Deutschland" (FTD) zufolge in diesem Frühjahr wieder die Zwei-Prozent-Marke erreichen. Das ergebe die April-Auswertung des Euro-Wachstumsindikators, berichtete die Zeitung am Samstag in einer Vorausmeldung zu ihrer Montagausgabe.

Demnach dürfte das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2002 um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr wachsen und im zweiten Quartal ein Plus von zwei Prozent aufweisen. Im Vergleich zur März-Auswertung seien die Werte damit unverändert geblieben. Der FTD-Indikator wird nach Angaben des Blattes monatlich von der so genannten Euroframe-Gruppe errechnet, in der acht europäische Wirtschaftsforschungsinstitute aus sieben Länden zusammengeschlossen seien. Dazu gehörten auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW).

Konjunkturaufschwung zeichnet sich seit Jahreswende ab
Die Forschungsinstitute betonen dem Bericht zufolge, dass sich ein relativ kräftiger Konjunkturaufschwung im Euro-Raum bereits seit der Jahreswende abzeichne. Die meisten Prognosen von Regierungen, Banken und Wirtschaftsexperten gehen eher von einem im zweiten Quartal beginnenden Aufschwung im Euro-Raum aus.

Die Euroframe-Gruppe hält den Angaben zufolge auf Grundlage der Indikatorwerte für das erste Halbjahr ein Gesamtjahreswachstum 2002 von 1,5 bis 2,0 Prozent für möglich. Der internationale Währungsfonds (IWF) geht derzeit von einem Wachstum in der Euro-Zone von 1,2 Prozent aus, erwägt italienischen Regierungskreisen zufolge aber, diese Prognose anzuheben.

Ölpreisanstieg: "Entwicklung ist Besorgnis erregend"
Der jüngste Ölpreisanstieg birgt nach Auffassung der Euroframe-Forscher jedoch große Risiken. "Die Entwicklung ist Besorgnis erregend", hieß es. Der Preis der führenden Nordsee-Ölsorte Brent zur Lieferung im Mai, war am Donnerstag auf ein Sechsmonatshoch von 28,15 Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen. Zu Handelsschluss am Freitag kostete ein Barrel an der International Petroleum Exchange (IPE) in London mit 26 Dollar noch immer 1,31 Dollar weniger als beim Vortagsschluss.

7.4.2002 11:40