Sonntag, 7. April 2002

voestalpine Kapitalerhöhung: RLB OÖ zieht voll mit

  • Der 6-Prozent-Anteil bleibt aufrecht

Die Raiffeisen Landesbank (RLB) Oberösterreich wird bei der Kapitalerhöhung der voestalpine AG voll mitziehen. "Wir glauben, dass die voestalpine eines der besten Unternehmen der Branche ist, daher gehen wir bei der Kapitalerhöhung voll mit", sagte Raiffeisenlandesbank-Generaldirektor Ludwig Scharinger am Wochenende vor Journalisten in Geinberg. Die RLB OÖ hält derzeit rund 6 Prozent an dem börsenotierten Stahl- und Verarbeitungskonzern mit Sitz in Linz.

Nachdem bereits auch die Linzer Oberbank, die an voestalpine 6,5 Prozent hält, ihr volles Engagement bei der geplanten voestalpine-Kapitalerhöhung bekräftigt hat, bleiben die beiden Großaktionäre voll bei der Stange.

Bereits unter dem im Sommer 2001 tödlich verunglückten Generaldirektor Peter Strahammer hat sich bei der voestalpine AG eine oberösterreichisch dominierte Kernaktionärsgruppe herangebildet, der neben RLB Oberösterreich und Linzer Oberbank auch die Allianz-Versicherung angehört. Zusammen mit einer Mitarbeiterstiftung hält diese Gruppierung derzeit 22,5 Prozent des Aktienkapitals. Diese Quote könnte durch eine Verdoppelung der derzeit rund fünfprozentigen Mitarbeiterbeteiligung und bei voller Ausübung eines Stock-option-Plans für das Management ab 2004 auf 30,5 Prozent steigen.

ÖIAG bleibt Mehrheitsaktionär
Mehrheitsaktionär bei voestalpine bleibt bis auf weiteres aber die staatliche Beteiligungsholding ÖIAG, indem sie ihre Bezugsrechte an der Kapitalerhöhung zu 50 Prozent ausnützt. Damit sinkt der ÖIAG-Anteil 37,8 Prozent auf 34,7 Prozent. Hätte die ÖIAG auf eine Teilnahme an der Kapitalerhöhung überhaupt verzichtet, wäre ihr Anteil an voestalpine auf knapp unter 30 Prozent gefallen und damit ihre Kontrollmehrheit verloren gegangen.

Die am 22. März 2002 vom voestalpine-Aufsichtsrat genehmigte Kapitalerhöhung um 20 Prozent auf 287,79 Mill. Euro durch die Ausgabe von 6,6 Mill. junger Stückaktien soll ausschließlich für Akquisitionen der Divisionen motion und Bahnsysteme verwendet werden, womit der Konzernumsatz (zuletzt 3,2 Mrd. Euro) zusammen mit dem organischen Wachstum mittelfristig auf mindestens 5 Mrd. Euro hochgefahren werden soll, davon die Hälfte im Bereich Autozulieferung als Karosserieschneider.

Ein Termin für die Aktienemission ist bisher von voestalpine nicht genannt worden. Zuletzt hieß es aus Linz, dass die jungen Aktien jedoch eher kurzfristig im Markt untergebracht werden sollen.

7.4.2002 11:32