Iran unterstützt irakische Öldrosselung wegen Israel
- Aber keine iranische Exportbegrenzung in Sicht
- Russland will Fördermenge nicht erhöhen
Der Iran unterstützt die irakische Entscheidung, die Erdölexporte wegen der andauernden Besetzung palästinensischer Gebiete durch Israel zu kürzen. Dennoch war keine Drosselung der iranischen Ölexporte in Sicht, da diese nur dann effektiv werden könne, wenn auch andere Erdöl exportierende Länder - besonders Saudi-Arabien und Kuwait - mitziehen.
Dies sagte Parlamentspräsident Mehdi Karrubi am Dienstag in Teheran. Diese haben es aber abgelehnt. Als einziges Land prüft Libyen derzeit noch, sich der Maßnahme Bagdads anzuschließen.
Auf einer propalästinensischen Kundgebung in Teheran sagte Präsidentenberater Ataollah Mohadscherani am Dienstag, Iran könne das Vorpreschen des Irak nicht ignorieren. Auch Parlamentspräsident Karrubi unterstützte das irakische Vorgehen und erklärte, der Iran sei bereit, die Erdöllieferung in Länder, die Israel unterstützten, zu stoppen. Dies sei aber nur sinnvoll, wenn andere Länder mitmachten. Neben Saudi-Arabien und Kuwait haben aber auch andere Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) am Persischen Golf wie zum Beispiel Katar den Einsatz der "Ölwaffe" im Nahost-Konflikt abgelehnt.
Russland beabsichtigt unterdessen keine Ausweitung seiner Ölproduktion, um die von Irak angekündigte Kürzung auf dem Weltmarkt zu kompensieren. Wie der russische Vizepremier Viktor Christenko am Dienstag sagte, wird die Regierung erst Mitte Mai über eine Änderung der Fördermenge beraten.
Die EU-Kommission verwies indessen darauf, dass die Drosselung der irakischen Ölförderung keine Konsequenzen für den europäischen Markt habe. Ein Sprecher der Energiekommissarin Loyola de Palacio erklärte am Dienstag in Brüssel, dennoch sei für kommenden Donnerstag ein Expertenausschuss der EU-Mitgliedstaaten einberufen worden, um die weitere Entwicklung zu beobachten.
Nach Angaben der OPEC förderte Irak in letzter Zeit täglich 1,96 Millionen Barrel, was einem Anteil von drei Prozent der weltweiten Produktionsmenge entspricht. Rund eine Millionen Barrel davon gingen in die USA, insofern sei der amerikanische Markt von der Maßnahme weit mehr betroffen als der europäische. Der irakische Präsident Saddam Hussein hatte am Montag angekündigt, umgehend die Ölexporte zu kürzen. Die Maßnahme soll 30 Tage oder so lange gelten, bis Israel sich aus den palästinensischen Autonomiegebieten zurückzieht.

