Post-Streit geht endgültig in die letzte Runde
- Klausur-Tagung am Semmering - Entscheidung Mittwoch
- Streikdrohung ist weiterhin aktuell
Der Streit in der Österreichischen Post AG zwischen Vorstand und Betriebsrat um die Fünfteilung des Unternehmens geht in die Endrunde. Heute und morgen sind Vorstand und Belegschaftsvertretung am Semmering (Niederösterreich) in Klausur. Der Betriebsrat fürchtet, dass das neue Konzept langfristig bis zu 11.000 Arbeitsplätze gefährdet. Am Mittwoch fällt die Entscheidung.
Auf Grund des Wegfalls von Synergien fürchtet er auch Mehrkosten in Höhe von 250 Mill. Euro. "Wenn der Vorstand uns diese Befürchtung nicht widerlegen kann, werden wir dem Spartenkonzept nicht zustimmen. Wir glauben, dass unsere Berechnungen nicht ganz den Grundlagen entbehren", sagte Martin Palensky vom Post-Zentralausschuss am Freitag. Der Vorstand hält an der Fünfteilung des Unternehmens fest.
Streikdrohung ist nicht vom Tisch!
Im Kampf gegen die Vorstandspläne schließt die Belegschaftsvertretung nach wie vor keine Maßnahme aus. Voraussichtlich am Mittwoch wird der Zentralausschuss über das Ergebnis der Verhandlungen mit dem Vorstand und die weitere Vorgehensweise beraten. Bis dahin stehen Streiks weiter im Raum.
"Unsere Beschlüsse der letzten Aufsichtsratssitzung sind vor der Vorstandsklausur nach wie vor aufrecht", so Palensky. Damals hatte der Betriebsrat eine österreichweite Urabstimmung über mögliche Kampfmaßnahmen angekündigt, sollte der Vorstand an der geplanten Spartenorganisation festhalten.
Von dieser Linie lasse sich der Betriebsrat nur abringen, wenn der Vorstand beweisen könnte, dass die laufenden Kosten der Post durch die Spartenorganisation nicht erhöht würden und dass das Konzept grundsätzlich Sinn mache. Bisher habe der Vorstand keinerlei betriebswirtschaftliche Grundlagen für seine Pläne auf den Tisch gelegt.


