Schlechte Aussichten für Handwerk und Gewerbe
- Konjunktur-Maßnahmen kommen zu spät

Die Konjunktur-Aussichten für das heimische Handwerk und Gewerbe sind schlecht. Erstmals seit Jahren sind die Umsätze der 85.000 Betriebe mit knapp 700.000 Beschäftigten rückläufig.
Das geht aus einer Studie des Instituts für Gewerbe und Handelsforschung hervor.
Verschlechterungen gibt es demnach in allen Bundesländern. Die Umsatzentwicklung deutet nach unten. Weiterhin düster zeigte sich auch die Auftragslage im investitionsgüternahen Bereich. Die Auftragsbestände sanken durchschnittlich um 11 Prozent auf ein langjähriges Tief von zehn Wochen. Einzige Ausnahme war der Sektor Werbung/Marktkommunikation. Dieser profitierte laut IfGH von den Initiativen zur Euro-Einführung. Kunststoffverarbeiter, Dachdecker, Spengler und Zimmermeister erlitten Rückgänge zwischen minus 20 und 30 Prozent.
Wirtschaftskammer-Sprecher Toifl bezeichnet die Lage als "dramatisch". Konjunktur-Maßnahmen der Regierung kommen zu spät.
Negative Stimmung
Einen Negativ-Rekord belegt die Umfrage-Bilanz des vergangenen Jahres. Zum ersten Mal seit Beginn der 80er Jahre hatten die 4.600 befragten Betriebe 2001 Umsatzrückgänge gemeldet, und zwar um nominell 0,2 Prozent im Vergleich zum Jahr davor. Bei zwei Drittel der 21 Sektoren sei der Umsatz geschrumpft. Vor allem Kfz-Techniker (minus 4,6 Prozent) und Friseure (minus 2,6 Prozent) erlitten starke Einbußen. Im Jahr 2000 hatte es noch ein Wachstumsplus von 2,5 Prozent gegeben.
Die aktuelle IfGH-Umfrage belegt, dass sich der Abwärtstrend 2001 auch in der Zeit zwischen Jänner und März 2002 weiter fortsetzte. Gegenüber dem ersten Quartal 2000 ist das Stimmungsbarometer um 15 Punkte auf einen neuen Tiefstand gefallen. Bereits im Endquartal 2001 war die Stimmung so schlecht wie seit Jahren nicht mehr (minus 23 Punkte). Der Index berechnet sich aus dem Saldo aus positiven und negativen Beurteilungen der Geschäftslage.

