Mittwoch, 3. April 2002

Benzinpreise in Deutschland auf Jahreshoch gestiegen

  • Ölkonzerne nennen höhere Ölpreise als Grund

Die von der Nahostkrise in die Höhe getriebenen Ölpreise kommen den deutschen Autofahrer teuer zu stehen: Die Benzinpreise sind am Mittwoch um drei Cent gestiegen und haben damit ein neues Jahreshoch erreicht.

Nach Angaben des Esso-Konzerns aus Hamburg kostete ein Liter Normalbenzin nach der Anhebung 1,052 Euro, ein Shell-Sprecher bezifferte den erhöhten Preis auf 1,062 Euro. Nach den Angaben von Esso lag der bisherige Spitzenwert am 20. März bei 1,051 Euro.

Begründet wurde die Preisrunde mit den höheren Ölpreisen und den angezogenen Preisen für Fertigprodukte in Rotterdam. So ist nach Angaben von Esso der Preis für eine Tonne Benzin auf dem Weltmarkt im März von 192 Dollar auf 265 Dollar (302 Euro) gestiegen. Der Rohölpreis stieg von rund 20 Dollar auf 27 Dollar. Der Preis für einen Liter Diesel stieg laut Esso auf 84,9 Euro.

Eine Entspannung auf den Weltmärkten war noch nicht zu sehen: Der Preis für ein Barrel Rohöl ist in New York zeitweise auf mehr als 28 Dollar gestiegen. Im Verlauf des Handelstages an der Rohstoffbörse sank der Preis am Dienstag für ein Barrel zur Auslieferung im Mai dann aber wieder auf 27,71 Dollar, womit er schloss. In London stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent auf 27,66 Dollar. Analysten berichten über starke Käufe von Raffinerien und Spekulanten. Hintergrund sind Befürchtungen, Nahoststaaten könnten die Öllieferungen wegen der Eskalation des Nahost-Konfliktes einstellen.

Unterdessen hat das deutsche Kartellamt keine konkreten Hinweise dafür, dass die deutlichen Spritpreiserhöhungen vor Ostern auf Preisabsprachen der Ölkonzerne zurückzuführen sind.

Unterdessen denken immer mehr Bundesbürger angesichts der hohen Spritpreise darüber nach, sich ein sparsameres Auto zu kaufen. Nach einer Umfrage der "Bildwoche", ist dies für immerhin 23 Prozent eine Option. Mehr als die Hälfte der Deutschen (56 Prozent) gab an, nur noch an der billigsten Tankstelle zu tanken. Und gut ein Drittel will auf andere Verkehrsmittel umsteigen. Fünf Prozent haben sich dazu entschieden, den Zweitwagen abzuschaffen. Überhaupt nichts ändern werden 34 Prozent. Befragt wurden 1.002 Bundesbürger.

3.4.2002 16:51