Mittwoch, 3. April 2002

Aktionäre lehnen Entlastung der Libro-Vorstände ab

  • Hauptversammlung prüft Haftungsansprüche
  • Schadenersatzansprüche in Höhe von je 18 Mio. Euro

Bei der heutigen Hauptversammlung der Medien- und Buchhandelskette Libro AG, die im Juni 2001 in den Ausgleich geschlittert war, haben die anwesenden 66 Aktionäre den ehemaligen Libro-Vorständen Andre Rettberg und Johann Knöbl die Entlastung für das Geschäftsjahr 2000/01 verweigert.

Der Aufsichtsrat wurde hingegen mit 86 Prozent der Stimmen entlastet. Die Libro AG wird indes Schadenersatzansprüche von je 18 Mill. Euro gegen die beide ehemaligen Libro-Vorstände "einfordern und wenn nötig gerichtlich betreiben", sagte Libro-Vorstand Werner Steinbauer heute, Mittwoch, bei der Hauptversammlung.

Die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen gegen den ehemaligen Libro-Vorstand empfehle eine rechtliche Beurteilung des Rechtsanwalts Georg Kahlig, die auf Basis der Sonderprüfung von Wirtschaftsprüfer und ehemaligen Finanzminister Andreas Staribacher erstellt wurde, berichtet Steinbauer. Beim Aufsichtsrat hingegen ergeben sich laut Kahlig-Beurteilung keine konkreten Verdachtsmomente, dennoch seien Haftungsansprüche gegen den Aufsichtsrat möglich. Gegen die Wirtschaftsprüfer hingegen ergeben sich keine Haftungsansprüche.

Wirtschaftslage stabilisiert sich langsam
Die Wirtschaftslage von Libro habe sich seit Beginn der Sanierung zusehends stabilisiert, unter anderem durch das äußerst erfreuliche Schulgeschäft im Herbst 2001, berichtete Steinbauer. Der Vorstand gehe aber dennoch davon aus, dass das vierte Quartal 2001/02 trotz des Weihnachtsgeschäfts negativ und schlechter als das dritte Quartal ausgehen werde.

3.4.2002 12:16