Stimmung in Japans Wirtschaft unverändert schlecht
- Erhoffte Erholung fand nicht statt
- Dennoch vorsichtiger Optimismus
Die Stimmung in der japanischen Wirtschaft hat sich zum ersten Mal seit fünf Quartalen stabilisiert, sie ist aber weiter schlecht. Das Stimmungsbarometer bei den Großunternehmen zeige im März einen gegenüber Dezember unverändert schlechten Wert von minus 38, teilte die japanische Notenbank am Montag in ihrem vierteljährlichen Tankan-Bericht zur Konjunktur mit. Volkswirte hatten mit der ersten Erholung seit September 2000 auf einen Wert von minus 36 gerechnet.
Für den so genannten Diffusions-Index wird die Prozentzahl der Unternehmen mit negativen Einschätzung der Geschäftslage von der mit positiver Einschätzung abgezogen. Bei einem negativen Wert überwiegen die Pessimisten die Optimisten.
Analysten zeigten sich von den Werten enttäuscht. Sie gaben sich aber optimistischer für die Zukunftsaussichten. "Obwohl die maßgeblichen Zahlen enttäuschend sind, zeichnet sich immer noch das Bild eines moderaten Optimismus für das zweite Quartal. Das gibt etwas Potenzial für ein Anziehen der Wirtschaft", sagte Devisenstratege Ron Leven von Lehman Brothers.
Die Bank von Japan werde zudem weiter die geldpolitischen Zügel locker lassen, nachdem die Banken dem Bericht zufolge bei Krediten noch zurückhaltender geworden seien, sagte Masaaki Kanno von J.P. Morgan in Tokio. Insgesamt könnte sich Volkswirten zufolge in Japan das Ende der längsten und stärksten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg abzeichnen.
Der Tokioter Aktienmarkt konnte seine freundliche Tendenz zu Beginn der Handelssitzung nach Veröffentlichung der Zahlen nicht fortsetzen und der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss kaum verändert bei 11.028,70 Punkten.
Bei den mittelgroßen produzierenden Unternehmen ergab sich dem Tankan-Report zufolge ein Wert des Diffusions-Index von minus 47 (Dezember minus 48) und bei den kleinen Firmen einer von minus 51 (minus 49). Im nicht-produzierenden Gewerbe lag der Wert für große Unternehmen bei unverändert minus 22, während er sich für mittelgroßen Unternehmen auf minus 32 (minus 29) und für kleine Betriebe auf minus 42 (minus 39) verschlechterte. Die Notenbank hatte für den Bericht 8651 Unternehmen befragt, darunter 1399 Großunternehmen.

