Freitag, 5. April 2002

Kirch darf bei Pleite TV-Rechte an Fußball-WM behalten

  • Deutsche Regierung fordert Profis zu Gehaltverzicht auf

Leo Kirch darf laut einem Bericht des Nachrichten- Magazins "Der Spiegel" auch bei einer Insolvenz seines Medienunternehmens die TV-Rechte an den Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 behalten. Unter dessen hat die deutsche Bundesregierung die Fußball-Profis zu einem Verzicht auf einen Teil ihres Gehalts aufgefordert, sollte der Münchener Medienunternehmer Leo Kirch Pleite gehen.

Nach Darstellung des "Spiegels" haben sich Kirchs Geschäftsführer Dieter Hahn und der Präsident des Internationalen Fußball-Verbandes (FIFA), Joseph Blatter, am Donnerstag vor Ostern darauf verständigt, die Rechte aus der bedrohten KirchMedia herauszulösen und in die KirchSport mit Sitz in der Schweiz zu überführen. Die FIFA spekuliere darauf, dass dadurch die Rechte vor den Gläubigern sicher wären, schreibt "Der Spiegel". Das Geschäft sei "insolvenzfest", hieß es auch aus Kirch-Kreisen. Die Banken hätten die Vereinbarung gebilligt.

Fußball-Profis sollen auf Gehalt teilweise verzichten
Wenn die Fernsehhonorare von Kirch ausbleiben, müssten "auch die Vereine ihren Sanierungsbeitrag leisten", sagte der Kanzlerbeauftragte Alfred Tacke dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Es versteht sich von selbst, dass dies natürlich auch die Gehälter der Spieler beträfe", so Tacke weiter. Die 36 Vereine der 1. und 2. Bundesliga müssten "ihre Kosten und Ausgaben senken". In diesem Zusammenhang wurde auch über einen Verzicht der Spieler auf einen Teil ihrer Millionen-Gagen diskutiert. Dies lehnte unter anderen Nationaltorhüter Oliver Kahn vom FC Bayern München ab.

5.4.2002 14:58