Donnerstag, 4. April 2002

Hoffmann und Botwinow dürfen Medaillen behalten

  • Haben keine Blut-Bestrahlung angewandt
  • IOC leitet Verfahren gegen Mayers und Walcher ein

Gute und schlechte Nachrichten im Fall um die bei Olympia angeblich gedopten österreichischen Langläufer: Christian Hoffmann und Michail Botwinow dürfen ihre Silber- und Bronzemedaille behalten. Der Grund: Die vom Nordischen ÖSV-Direktor Walter Mayer praktizierte Blut-Bestrahlung haben nur Marc Mayer und Achim Walcher angewandt. Die schlechte Nachricht: Gegen die beiden Mayers und Walcher wird vom IOC ein Disziplinarverfahren eingeleitet.

Gegen Walter Mayer, den Nordischen ÖSV-Direktor für Langlauf und Biathlon, seinen Sohn Marc und Achim Walcher werden vom Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wegen der "Blutbeutel- Affäre" von Salt Lake City Disziplinarverfahren eingeleitet und mögliche Sanktionen beraten. Das hat laut einem Schreiben von IOC-Präsident Jacques Rogge an das ÖOC der Untersuchungsausschuss dem Exekutiv Board des IOC vorgeschlagen. Die Verhandlung wurde für den 26. Mai angesetzt. Die Betroffenen können sich persönlich bzw. durch ihren Rechtsanwalt Dr. Karl-Heinz Klee verteidigen, oder bis zum 15. April eine Verteidigungsschrift an das IOC einreichen.

Die Schlüsselfrage ist, ob die von Walter Mayer praktizierte ultraviolette Bestrahlung des Blutes (UVB) und ultraviolette Aktivierung des Eigenblutes (UVE) vom IOC als Blutdoping angesehen wird oder nicht. Von den Aktiven haben nur Marc Mayer und Walcher diese Methode angewandt, die anderen ÖSV-Olympiastarter nicht.

Deshalb ist der Rest des ÖSV-Teams - darunter explizit auch die Olympia-Medaillen-Gewinner Christian Hoffmann und Michail Botwinow - von weiteren Aktionen bzw. etwaigen Strafen seitens des IOC laut ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth nicht betroffen.

Darüber hinaus hat das IOC mitgeteilt, dass die Untersuchungen in diesem Fall noch nicht abgeschlossen sind. ÖSV-Arzt Dr. Peter Baumgartl und der Physiotherapeut Volker Müller, von dem Walter Mayer diese UV-Methode übernommen hat, sollen noch vor dem IOC im Beisein von Jungwirth ihre Stellungnahmen abgeben, ehe von der IOC-Exekutive ein Urteil gefällt wird.

4.4.2002 12:24