"In Europa-Afrika-Zone kann man nichts verdienen"
- Interne Kommission durchleuchtet Strukturen im ÖTV
- Klare 0:5-Niederlage in Europa-Afrika-Zone gegen Rumänien
Österreichs Daviscup-Team musste am Sonntag wie erwartet nach einer klaren Niederlage die Heimreise aus Rumänien antreten. Stefan Koubek und Co. gelang es nicht, den Rhythmus der vergangenen Jahre zu brechen.
Die ÖTV-Mannschaft ist zu Hause auf Sand ein recht starkes Team, auswärts hingegen setzt es eine Niederlage nach der anderen. Seit siebeneinhalb Jahren bzw. neun Länderkämpfen auf fremden Boden gab es keinen Sieg im Ausland mehr.
Natürlich hat diese Entwicklung dem österreichischen Verband in der Zeit nach Thomas Muster nicht gerade zu Reichtum verholfen. Auch im Fed Cup verläuft es vor allem wegen zuletzt schwieriger Auslosungen und damit verbundenen weiten Reisen nicht nach Wunsch. Darum budgetierte der Verband im März mit einem Minus von rund 145.000 Euro. "Daviscup und Fed Cup haben im Jahr 2001 allein Kosten in Höhe von 100.000 Euro verursacht", meinte ÖTV-Generalsekretär Martin Reiter am Sonntag in Constanta.
Große Sponsoren fehlen nach Muster-Ära
Auch die Tatsache, dass "Tennis Austria", wie sich der heimische Tennis-Verband seit einiger Zeit nennt, zuletzt zwei Daviscup-Heimspiele hatte, half da nicht. Gegen die Ukraine in Wels kamen trotz Andrej Medwedew kaum Zuschauer, und der diesjährige Heimgegner Israel verursachte auf Grund der politischen Lage hohe Sicherheitskosten. Grundsätzlich läuft es daher auf eines hinaus: "In der Europa-Afrika-Zone kann man nichts verdienen, außer man hat Unterstützung von einer großen TV-Anstalt wie z.B. hier in Rumänien", sagte Reiter. Nur so könne man kräftige Sponsoren an Land ziehen.
Mit Uniqa ist dem ÖTV dieses Jahr schon einer abgesprungen und der Vertrag mit Daviscup-Sponsor tele.ring läuft im September dieses Jahres aus. Ob der Telekommunikations-Anbieter seine Option auf eine Verlängerung nützt, wird dort in den nächsten Monaten beraten. Trotz dieser alles andere als erfreulichen Entwicklungen ist der ÖTV keineswegs in Gefahr, Schiffbruch zu erleiden. Reiter: "Wir können sicher nicht in Konkurs gehen, denn wir haben in den vergangenen Jahren ja auch Rückstellungen gebildet." Das Minus zum Beispiel sei aus diesen abgedeckt worden.
Sparstift regiert bei "Tennis Austria"
Dennoch regiert bei Tennis Austria nun der Sparstift. "Wir haben eine Kommission gebildet und werden alle Strukturen und Bereiche im ÖTV, aber auch bei den Landesverbänden durchleuchten. Es wäre aber zu einfach zu sagen, wir sparen bei der Jugend", so der Generalsekretär. Einzige Maßnahme: Die ÖTV-Unterstützung bei der Zusammenarbeit von Joakim Nyström mit Alexander Peya wurde gestrichen.
Rumänien - Österreich 5:0
Pavel - Melzer 6:1,6:2,6:4
Voinea - Koubek 3:6,7:5,6:3,6:1
Pavel/Trifu - Knowle/Melzer 3:6,6:1,6:4,6:7,6:2
Pavel - Peya 6:1,7:6
Hanescu - Melzer 6:4,6:4

