Montag, 1. April 2002

Wrolich gewinnt Traditions-Radrennen "Rund um Köln"

  • In dramatischem Schluss-Sprint durchgesetzt

Der Kärntner Peter Wrolich hat dem Team Telekom am Ostermontag den avisierten Heimsieg bei der 87. Auflage des Traditionsrennens "Rund um Köln" verdorben. Nach 200,7 km ließ der 27-jährige Profi aus dem Team Gerolsteiner im Spurt einer dreiköpfigen Spitzengruppe die Deutschen Kai Hundertmarck (Telekom) und Christian Werner (Nürnberger) hinter sich und sorgte in Köln für den ersten Sieg eines Österreichers.

Wrolich, der seinem Team den lang ersehnten ersten Saisonsieg bescherte, trat damit die Nachfolge des italienischen Telekom-Fahrers Gian-Matteo Fagnini an, während der favorisierte Weltranglisten-Zweite Erik Zabel am zweiten Osterfeiertag leer ausging, wobei das Rennen alles andere als nach dem Geschmack des starken Telekom-Sprinters verlief.

Bei herrlichem Frühlingswetter hatte sich nämlich schon im ersten Drittel des Rennens vor mehreren Hunderttausend Zuschauern, die die Strecke säumten, eine 23-köpfige Spitzengruppe gebildet, die auf den letzten 90 Kilometern durchs Bergische Land auf 17 Fahrer schrumpfte. Da die deutschen Top-Teams Telekom und Gerolsteiner jeweils mit drei Fahrern vorn vertreten waren, war die Spitzengruppe in der Lage, einen komfortablen Vorsprung herauszufahren. Auch in der Schlussphase setzte das Hauptfeld nicht mehr kompromisslos nach.

Zu früh gespurtet: Wrolich fängt Hundertmarck ab
53 Kilometer vor dem Ziel hatte sich dann eine dreiköpfige Spitzengruppe abgesetzt, die das Rennen unter sich ausmachte. Im Finale beging der routinierte Glatzkopf Hundertmarck, sonst verlässlicher Helfer der deutschen Superstars Jan Ullrich und Zabel, den Fehler, den Spurt zu früh anzuziehen, und wurde so von Wrolich noch abgefangen. "Christian Werner war am Ende ein bisschen platt. Als Hundertmarck den Spurt eröffnete, konnte ich an sein Hinterrad, und dann lief es optimal für mich", freute sich Wrolich, der im Oktober des Vorjahres mit der Sun Tour in Australien erstmals in seiner Karriere ein Etappenrennen gewonnen hatte.

Seit 1908, als der Kölner Fritz Tacke vor 20.000 Zuschauern an den Feldwegen mit 32 Minuten Vorsprung ins Ziel kam, wird das traditionelle Eintagesrennen ausgetragen, zu dem am Montag Doppel-Olympiasiegerin Claudia Pechstein in der BayArena in Leverkusen den Startschuss abgefeuert hatte.

1.4.2002 15:47