Zwölf Tote bei Bombenanschlag in Kolumbien
- Unbekannte erschossen Priester während Messe
Bei der Explosion einer Autobombe in Kolumbien sind am Sonntag mindestens zwölf Menschen getötet und hundert weitere verletzt worden. Der Sprengsatz explodierte um 01.20 Uhr (Ortszeit) in der Stadt Villavicencio vor einem Radiosender, wie die Polizei mitteilte. Zum Zeitpunkt der Explosion hielten sich hunderte Menschen in umliegenden Bars und Restaurants auf. Das Krankenhaus der Stadt rund hundert Kilometer südöstlich der Hauptstadt Bogota wurde in Alarmbereitschaft versetzt. Unterdessen erschossen Unbekannte südlich von Bogota einen Priester sowie einen Gottesdienstbesucher während einer Messe.
Die meisten Opfer waren Besucher von Discotheken und Bars in der Umgebung, die sich gerade auf den Heimweg machten. Viele Menschen erlitten schwere Verbrennungen. Bei der Explosion wurden mehrere Gebäude zerstört, darunter auch auch die Redaktionsräume des Radiosenders Super Noticias, mehrere Bars und Discotheken. Auch ein halbes Dutzend Fahrzeuge wurden von der Wucht der Autobombe zerstört. Die Polizei rechnete mit weiteren Todesopfern.
Armee und Polizei riegelten den Ort des Anschlags in Villavicencio weiträumig ab und errichteten Straßensperren an den Zufahrtstraßen der Stadt. Die Behörden setzten eine Belohnung in Höhe von 7.000 Dollar (7.938 Euro) für Hinweise auf die möglichen Verursacher des Bombenanschlags aus. In der Stadt sind sowohl die linksgerichteten Guerilla-Gruppen FARC und ELN als auch rechtsgerichtete Paramilitärs aktiv.
Nach Polizeiangaben feuerten zwei Unbekannte in der Stadt La Argentina 600 Kilometer südlich der Hauptstadt auf den katholischen Geistlichen Juan Ramon Nunez, als dieser gerade eine Messe in seiner Kirche abhielt. Die Täter feuerten die tödlichen Schüsse vom Altar aus ab und töteten dabei auch einen Gottesdienstbesucher. Mitte März war der Erzbischof von Cali, Isaias Duarte, von Unbekannten erschossen worden.
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