Kardinal von Los Angeles unter Missbrauch-Verdacht
- Beschuldigter Priester in Cleveland beging Selbstmord
- Seit Jänner mehere Dutzend US-Priester suspendiert

Im Skandal um Kindesmissbrauch durch Priester ist nun auch der Kardinal der größten katholischen Gemeinde in den USA in Verdacht geraten. Kardinal Roger Mahony von der Erzdiözese Los Angeles erklärte am Freitag, eine ehemalige Schülerin der katholischen High School von Kalifornien beschuldigt ihn, sie 1970 missbraucht zu haben. Er hat wegen dieser "falschen Anschuldigungen" vor zwei Wochen die Polizei eingeschaltet.
Mahony ist der ranghöchste Geistliche in den USA, gegen den der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von Kindern erhoben wurde. Seit Jänner wurden wegen der Affäre landesweit mehrere Dutzend Priester in mindestens 17 Diözesen vom Dienst suspendiert.
Am Freitag hatte die US-Tageszeitung "Los Angeles Times" über eine E-Mail Mahonys an einen seiner Anwälte berichtet, in dem er es als einen "Riesenfehler" bezeichnete, den Behörden nicht alle des Kindesmissbrauchs verdächtigen Priester genannt zu haben. Offenbar hatte die Diözese von Los Angeles die Namen von nur fünf von acht Priestern preisgegeben. Seit Jänner wurden Medienberichten zufolge im Raum Los Angeles wegen der Affäre etwa zwölf Priester entlassen oder vorzeitig in den Ruhestand geschickt.
In Cleveland im US-Bundesstaat Ohio beging ein katholischer Priester Selbstmord, der sich 1980 an einem minderjährigen Mädchen vergangen haben soll. Nach Polizeiangaben tötete sich der 48-jährige in seinem Auto durch einen Kopfschuss. Der Geistliche war am Mittwoch nicht zu einer Anhörung beim Bischof erschienen.
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